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Der neue Schwarzwald-Tourismus-Chef Hansjörg Mair und seine Pforzheimer „Statthalterin“ Heide Glasstetter. Foto: Löffler
Der neue Schwarzwald-Tourismus-Chef Hansjörg Mair und seine Pforzheimer „Statthalterin“ Heide Glasstetter. Foto: Löffler
12.10.2017

Schwarzwald-Tourismuschef Mair treibt Digitalisierung voran

Pforzheim/Freiburg. Der Schwarzwald wird zum begehrtesten Lebensraum Deutschlands. Mit dieser Vision hat der Südtiroler Hansjörg Mair vor knapp fünf Wochen den Chefsessel der Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) in Freiburg besetzt. Wie berichtet, hat er das Amt des bisherigen Geschäftsführers Christopher Krull übernommen, der den Tourismus in Oberstaufen im schwäbisch-bayerischen Landkreis Oberallgäu umstrukturieren soll. Eines macht Mair im PZ-Gespräch deutlich: „Ich sehe keinen Grund, die Außenstelle Pforzheim zu schließen.“

Nachdem der zweite STG-Satellit in Villingen-Schwenningen aus Altersgründen der dortigen Leiterin geschlossen worden war, bleibt die Goldstadt damit der einzige Außenposten neben dem Hauptsitz in Freiburg.

Das vierköpfige Team um Bereichsleiterin Heide Glasstetter betreut von Pforzheim aus im Innenmarketing die 321 Gemeinden der Schwarzwald-Region. Gesellschafter der STG sind die zwölf Landkreise Enzkreis, Calw und Freudenstadt sowie Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen, Karlsruhe, Lörrach, Ortenaukreis, Rastatt, Rottweil, Schwarzwald-Baar und Waldshut, außerdem die vier Stadtkreise Pforzheim, Karlsruhe, Baden-Baden und Freiburg. Insgesamt sind 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Warum setzt Mair als Ziel „begehrtester Lebensraum“ statt attraktivste Ferienregion? Antwort: „Touristische Produkte und Angebote müssen vorrangig aus der Sicht der Bevölkerung entwickelt werden.“ Denn nichts sei authentischer als das, was die Bewohner einer Region aus eigenem Antrieb konsumieren oder erleben wollten. Beispiel: Wenn die Schwarzwälder nicht mehr in ihrer Heimat Skifahren möchten, dann sei dies auch einem Gast schwer vermittelbar.

Und wie sieht der Tourismusfachmann seinen neuen Wirkungskreis aufgestellt? Mit den Themen Wandern, Radfahren, Gesundheit sowie Wellness, Genuss, Essen und Trinken, Familien und Natur erleben sei die Ferienregion bereits gut positioniert. „Darauf muss aufgesetzt werden.“

Wo sieht er Entwicklungspotenzial? „Wir müssen stärker auf eine Leuchtturmstrategie setzen“, sagt er. Soll heißen: Was sich schon hervorragend etabliert hat, er nennt es Exzellenzprodukte, soll bei der Vermarktung deutlicher in den Vordergrund gerückt werden. Denn: „Nur sie werden im globalen Markt wahrgenommen.“ Die Kleineren sollen entsprechend gecoacht werden. Nachholbedarf sieht Mair im Bereich der Kommunikation mit den Netzwerkpartnern in der Region, in der Internationalisierung des Angebots sowie in der Zusammenarbeit der Werbegemeinschaften und Teilregionen im Bereich der Digitalisierung. „Hier werden wir neue Maßnahmen treffen.“

Unterdessen bevorzugt der Geschäftsführer nicht die radikalen Schritte, er spricht von einer „intelligenten Evolution“. Und über allem stehe die Vision, mit der er sein Amt angetreten habe: der Schwarzwald als begehrtester Lebensaum.