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Tesla-Chef Elon Musk glaubt, ein Feuer in einem E-Mobil sei deutlich unwahrscheinlicher als bei normalen Autos. Foto: dpa
Tesla-Chef Elon Musk glaubt, ein Feuer in einem E-Mobil sei deutlich unwahrscheinlicher als bei normalen Autos. Foto: dpa
16.05.2018

Sicherheitsdebatte um Tesla: Schweizer Feuerwehr mutmaßt bei tödlichem Unfall über Akku-Brand.

Genf. Schweizer Feuerwehrleute haben die Diskussion um die Sicherheit der Batterien von Elektroautos mit einem brisanten Facebook-Text angeheizt. Bei einem tödlichen Unfall mit einem Tesla könnten die Akkus den Brand beschleunigt haben, der das Auto weitgehend zerstörte, schrieb die Feuerwehr Bellinzona. Bei dem Unfall war am Donnerstag ein 48-jähriger Deutscher ums Leben gekommen.

Tesla bedauerte den Unfall, bezeichnete die Äußerungen zu den Akkus aber als reine Spekulation. Die Feuerwehr löschte ihren Facebook-Post kurz darauf. Der Fahrer – ein Unternehmer aus Tettnang (Bodenseekreis) – hatte vergangene Woche auf einer Autobahn im Tessin aus zunächst ungeklärter Ursache die Kontrolle über das Auto verloren. Es prallte nach Polizeiangaben gegen die Mittelleitplanke, überschlug sich und geriet in Brand. Auf dem später gelöschten Foto der Feuerwehr war eine meterhohe Brandsäule zu sehen.

Die Kollision der Lithium-Ionen-Batterien hätten wahrscheinlich eine schnelle und unaufhaltsame Temperaturerhöhung verursacht, schrieb die Feuerwehr. Sie verwies auf eine sich selbst verstärkende chemische Reaktion, „thermisches Durchgehen“ genannt. Dabei entstehen schnell sehr hohe Temperaturen.

Tesla betonte, man müsse das Ergebnis des Untersuchungsberichts durch die Polizei abwarten. Die Ermittlungen dauerten an, teilte die Polizei in Bellinzona mit.

„Wir sind tief betrübt über den Unfall“, teilte ein Tesla-Sprecher mit. „Wir arbeiten daran, alle Fakten zu diesem Fall zusammenzutragen und arbeiten vollumfänglich mit den örtlichen Behörden zusammen.“ Tesla konnte zunächst auch keine Angaben dazu machen, ob das Autopilot-Assistenzsystem zum Zeitpunkt des Unfalls eingeschaltet war. Derzeit werden mehrere Unfälle mit dem Autopilot-System in den USA untersucht.

Statt dem ursprünglichen Post schrieb die Feuerwehr später, der Brand sei dank der online verfügbaren Anleitung des Herstellers für Notfälle sicher gelöscht worden. In den USA werden mehrere Brände von Tesla-Fahrzeugen untersucht. Für Aufsehen sorgte ein Unfall im kalifornischen Silicon Valley. Das Wrack wurde gelöscht, aber die Batterien fingen später erneut Feuer.

Die Akkus heutiger Elektrofahrzeuge bestehen aus vielen Lithium-Ionen-Zellen, die zu großen Batterie-Packs gebündelt werden. Es gab bereits Probleme mit Batterien von Smartphones, Notebooks sowie in der Boeing 787.