nach oben
Die Deutschen legen immer mehr Geld auf die hohe Kante – zumindest jene, die sich das leisten können. Foto: dpa
Die Deutschen legen immer mehr Geld auf die hohe Kante – zumindest jene, die sich das leisten können. Foto: dpa
21.07.2015

So viel Geld wie noch nie: Das private Vermögen in Deutschland wächst rasant

Frankfurt.Die Geldvermögen der Menschen in Deutschland sind zu Jahresbeginn auf Rekordniveau gestiegen. „Im ersten Quartal 2015 hat das Geldvermögen der privaten Haushalte gegenüber dem Vorquartal außergewöhnlich kräftig um knapp 140 Milliarden Euro oder 2,8 Prozent zugenommen und ist damit auf 5212 Milliarden Euro gestiegen“, teilte die Deutsche Bundesbank am Montag in Frankfurt mit.

Allein durch Transaktionen stieg das Vermögen in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen oder Ansprüchen gegenüber Versicherungen um knapp 53 Milliarden Euro. Dank des robusten Arbeitsmarkts und steigender Einkommen legten viele Menschen mehr auf die hohe Kante.

Zudem bescherten Gewinne bei Investmentfondsanteilen und Aktien den privaten Haushalten im Vergleich zum Vorquartal Bewertungsgewinne von gut 87 Milliarden Euro. Immobilien oder Kunstwerke sind in der Statistik nicht enthalten. Auch wie das Vermögen verteilt ist, geht aus der Studie nicht hervor.

Meist investierten die privaten Haushalte ihr Geld erneut trotz niedriger Zinsen bevorzugt in kurzfristige und vermeintlich sichere Bankeinlagen sowie in Versicherungen und Pensionseinrichtungen. Mit rund 17 Milliarden Euro steckten sie knapp ein Drittel der Mittel in besonders liquide Sichteinlagen (einschließlich Bargeld). Termin- und Spareinlagen wurden nach den Angaben hingegen netto abgebaut.

Eine noch größere Bedeutung für die Geldvermögensbildung der privaten Haushalte hatten zum Jahresauftakt die Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionseinrichtungen, die netto um rund 26,5 Milliarden Euro aufgestockt wurden: „Die – trotz derzeit vergleichsweise geringer Verzinsung – große Bedeutung dieser Ansprüche und der Bankeinlagen für die Geldvermögensbildung, die als risikoarm gelten, deutet auf eine weiterhin hohe Risikoaversion der privaten Haushalte hin“, so die Experten der Bundesbank.

Überraschend ist, dass die Verbraucher das niedrige Zinsniveau kaum für Kredite nutzten: Zwar nahmen sie netto Kredite im Wert von gut vier Milliarden Euro auf, insbesondere Wohnungsbau-Darlehen.Doch die Verbindlichkeiten der privaten Haushalte stiegen damit nur leicht um 0,2 Prozent auf 1 588 Milliarden Euro.

Leserkommentare (0)