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Der neue Katalog von Alba Moda. Foto: obs/VU Verlagsunion KG
Der neue Katalog von Alba Moda. Foto: obs/VU Verlagsunion KG
Die Firmenzentrale der Klingel-Gruppe in Pforzheim.
Die Firmenzentrale der Klingel-Gruppe in Pforzheim.
08.07.2016

Sozialplan bei Alba Moda von der Klingel-Gruppe

Pforzheim. Das Versandhaus in Bad Salzuflen gehört seit März zur Klingel-Gruppe und ist nun von Personalabbau betroffen. Wichtige Bereiche des Modeversenders werden nach Pforzheim verlagert.

Beim Textilversender Alba Moda in Bad Salzuflen kommt es zu einem massiven Arbeitsplatzabbau. Nach harten Verhandlungen wurde jetzt eine sozialverträgliche Lösung gefunden, die eine Weiterführung des Betriebes ermöglicht und eine Transfergesellschaft für ausscheidende Mitarbeiter vorsieht. Im Frühjahr hatte der Versandhaus-Riese Otto seine verlustbringende Tochter Alba Moda an die Pforzheimer Klingel-Gruppe verkauft. „Eine Restrukturierung des Unternehmens war unvermeidlich“, erläuterte Klingel-Geschäftsführer Dirk Hauke gestern im Gespräch mit der PZ. „Die Alba Moda GmbH wird als Unternehmen der Klingel Gruppe mit knapp 100 Mitarbeitern am Standort in Bad Salzuflen weiterhin Versandhandel mit exklusiver Markenmode sowie das Outlet am Messezentrum betreiben.“ Laut Klingel sollen die Bereiche Logistik, Kundenservice, Buchhaltung, IT und Personalmanagement von der Firmenzentrale in der Goldstadt aus übernommen werden. In einer Pressemitteilung heißt es: „Geschäftsführung und Betriebsrat der Alba Moda GmbH haben nach ausführlichen und intensiven Verhandlungen in der dafür eingesetzten Einigungsstelle eine Vereinbarung über einen Interessenausgleich und Sozialplan getroffen.“ Den Vorsitz hatte Professor Dr. Klaus Schmidt, ehemaliger Präsident des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz. „Für über 200 betroffene Mitarbeiter wurden Abfindungen zum Ausgleich ihrer wirtschaftlichen Nachteile vereinbart. Zusätzlich wird eine Transfergesellschaft eingerichtet, um den Arbeitnehmern den Übergang in eine neue Beschäftigung zu erleichtern.“ In der Transfergesellschaft würden Bewerbungstrainings und Qualifizierungen und Unterstützungen bei der Arbeitsplatzsuche angeboten. Der Versandhandel wurde 1981 gestartet und bietet neben italienischer Mode der Eigenmarke „Alba Moda“ ausgewählte Fremdmarken wie Marc O’Polo oder Tommy Hilfiger. Die Zielgruppe des Textilversenders sind Frauen über 50 Jahre („Best Ager“), die in der Regel über ein gehobenes Einkommen verfügen. „Alba Moda passt gut zur Klingel-Gruppe“, erläuterte Hauke. Angeboten werden Mode, Schuhe und Accessoires – vorwiegend mit italienischer Design-Handschrift. Unter dem Dach der Otto-Gruppe erzielte Alba Moda 2015 knapp 90 Millionen Euro Umsatz. „Wir bedauern es sehr, diese tiefgreifenden Einschnitte vornehmen zu müssen“, erklärte Hauke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Pforzheimer K-Mail Order GmbH & Co. KG. „Doch wir müssen diesen Weg gehen, um die Zukunft von Alba Moda zu sichern.“ Hauke sieht – sobald die Restrukturierungsmaßnahmen abgeschlossen sind – wieder ein stabiles Fundament für Alba Moda. „Wir werden investieren und Werbekampagnen auflegen, um die Marke neu zu beleben.“ Die Klingel-Gruppe betreibt zehn Versender darunter Wenz und Klingel und beschäftigt rund 2500 Mitarbeiter. Der Umsatz liegt bei rund einer Milliarde Euro.