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18.03.2016

Sparkasse Oberhausen schließt Strafzins für Reiche nicht aus

Oberhausen/Pforzheim. 0,4 Prozent Zinsen müssen Banken zahlen, wenn sie ihr Geld bei der Europäischen Zentralbank bunkern. Doch diese Gebühren an die eigenen Kunden weiterreichen? Das galt bisher als Tabu. Nun wagt sich ein erstes Kreditinstitut hervor.

Angesichts des andauernden Zinstiefs schließt die Sparkasse Oberhausen die Einführung von Strafzinsen auch für reiche Privatkunden nicht mehr grundsätzlich aus. Sollte man sich zu einem solchen Schritt entschließen, wären davon jedoch nur vermögende Kunden betroffen, die Geldbeträge im siebenstelligen Bereich anlegen wollten, sagte ein Sprecher am Donnerstag in Oberhausen.

„Da wird kein privater Sparkunde in absehbarer Zeit betroffen“, so der Sprecher. Man werde neue Großkunden mit Millionenbeträgen nicht abweisen, denkbar seien aber künftig Verträge, die Strafzinsen erlaubten.

Bislang werden nach Angaben des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) noch von keiner Sparkasse derartige Strafzinsen von Privatkunden erhoben. Auch die Sparkasse Pforzheim Calw lehnte die Einführung von Strafzinsen für Kunden kürzlich ab. Auf Anfrage der PZ sagte Sparkassen-Bereichdirektor Stephan Günthner: „Aus heutiger Sicht können wir uns Negativzinsen für Privatkunden nicht vorstellen.“ Man wolle die Entwicklung abwarten.

Unterdessen verzeichnen die Institute bereis seit Jahren einen Lauf auf sichere Aufbewahrungsmöglichkeiten für Wertgegenstände in den Sparkassen. „Es gibt fast keine Schließfächer mehr“, sagte der DSGV-Sprecher.