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06.02.2009

Sparkasse Pforzheim Calw verbucht geringeres Wachstum

PFORZHEIM. In der globalen Krise wachsen auch bei der Sparkasse Pforzheim Calw die Bäume nicht in den Finanzhimmel. Allerdings stellte sich das Geldinstitut am Freitag trotz geringerem Wachstums gut aufgestellt dar.

Eine „geschäftspolitische Konsequenz“ aufgrund der Finanzkrise kündigte Herbert Müller am Freitag an. Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Pforzheim Calw erklärte, das Institut werde „seine Leistungskraft noch intensiver für die Region einbringen“. Soll heißen: Die Kreditversorgung der heimischen Wirtschaft gewährleisten und allen Kunden sichere Geldanlagen ermöglichen.

Selbstbewusst freute sich Müller, dass „Opas Sparkasse“ mit Beständigkeit im Trend liege. Einst von einigen Privatbanken derart tituliert und als überholtes Modell dargestellt, sieht der Vorstandschef sein Institut bei den Bürgerinnen und Bürgern – insbesondere seit der Krise – im Aufwind: „Dieses Geschäftsmodell ist weitgehend unabhängig von den internationalen Finanzmärkten“, sagte Müller und nannte als Vorzüge der Sparkassen unter anderem Kundennähe, regionale Verwurzelung und die bewusste Unterstützung der heimischen, vorwiegend mittelständisch geprägten Wirtschaft.
Die Kundinnen und Kunden seines Hauses hätten sich auch in schwieriger Zeit „besonnen verhalten und gezeigt, dass ihr Vertrauen in die Sparkasse nicht nur ungebrochen ist, sondern sogar gestärkt wurde“, erklärte Müller. Dennoch gestand er ein: „Auch an uns ist die Finanzkrise nicht spurlos vorüber gegangen.“

Indes: Während sich bei den großen Privatbanken die Verluste zwischen Millionen und Milliarden bewegen, hat sich beim größten öffentlich-rechtlichen Geldinstitut in Baden-Württemberg lediglich das Wachstum in einigen Segmenten verlangsamt. Deshalb stellte Müller fest: „In einem äußerst problematischen Bankenjahr 2008 hat sich die Sparkasse Pforzheim Calw gut behauptet.“ Gestern präsentierte der Gesamtvorstand vor der Presse die vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Jahr. Demnach stieg das Geschäftsvolumen um 661 Millionen Euro oder 5,5 (Vorjahr: 5,7) Prozent auf 12,6 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme stieg um 80 Millionen oder 0,7 (Vorjahr: 1,6) Prozent auf 10,9 Milliarden Euro. Unangefochten steht Institut damit weiter an der Spitze aller baden-württembergischen Sparkassen und auf Platz zehn unter den mehr als 400 Sparkassen in Deutschland.

Im Spitzenfeld rangiert das Pforzheim-Calwer Fusionsgebilde auch bei der Effizienz seiner Kostenstruktur, der so genannten Aufwand-Ertrag-Relation (Cost-Income-Ratio). Je niederer demnach der Prozentbetrag ausfällt, desto besser die Kostenstruktur der Bank. Zielvorstellung des deutschen Sparkassenverbandes ist eine maximale Quote von 60 Prozent. Die Sparkasse Pforzheim Calw kam im vergangenen Jahr auf 55,3 Prozent. Oder anders ausgedrückt: Für einen Euro Ertrag hat sie 55,3 Cent aufgewendet.

Mit insgesamt 2050 Beschäftigten ging die Mitarbeiterzahl um 0,5 Prozent zurück. Laut Müller ist dieser Personalrückgang noch auf die Effekte der Fusion im Jahre 2003 zurückzuführen. Nach der Zusammenführung der Sparkassen Pforzheim und Calw wurde auf Entlassungen verzichtet. Statt dessen werden in einigen Geschäftsbereichen die Stellen bei eigener Kündigung oder Eintritt in den Ruhestand nicht mehr ersetzt.

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