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Eldorado für Kinder: die Spielemesse in Nürnberg.  Karmann
Eldorado für Kinder: die Spielemesse in Nürnberg. Karmann
27.01.2016

Spielwarenmesse in Nürnberg zeigt, dass Spielzeug nicht immer technisch sein muss

Nürnberg. Quadrocopter sausen über die Köpfe von Kindern, die mit Bügelperlen und Knete spielen. Ein anderer Knirps lenkt einen ferngesteuerten Roboterhund, einen Tisch weiter lockt ein Brettspiel junge Quizfans an. Die Spielwarenmesse in Nürnberg zeigt: Elektronik und Klassik können im Kinderzimmer friedlich nebeneinander existieren,

wie am Montag auf der Neuheitenschau deutlich wurde. Viele Unternehmen präsentieren auf der weltweit größten Branchenmesse ihre Kinderzimmer-Kracher.

Dabei wirkt so manche Errungenschaft eher alt. Mit Knete etwa spielten vermutlich schon die Eltern. Doch trotz Elektronik, Internet und Smartphones inspiriert Knete weiterhin zu immer neuen Kreationen.

Die Spielwarenhersteller setzen auf ganze Spielewelten rund um ihr aufgemotztes Basisprodukt. Ähnlich wie beim Figurenspiel von Playmobil können die gekneteten Figuren bei Hasbro zum Beispiel in Szenerien und Häuser gesetzt werden, die zusätzlich zur Knete im Set erworben werden können. „Wir verbinden damit das klassische Kneten mit dem kreativen Figurenspiel“, sagt Kerstin Ferrando von Hasbro.

Auch Bügelperlen, bereits in den 1970er Jahren ein Renner, funktionieren wieder. Nicht zuletzt dank prominenter Lizenzen. Mit bekannten Kinohelden von Disney auf der Verpackung versucht beispielsweise das Karlsruher Unternehmen Craze Jungs und Mädchen für die Bastelei zu begeistern.

Der Spielwarenhersteller Ravensburger profitiert ebenfalls davon, dass vermeintlich herkömmliches Spielzeug ohne technischen Firlefanz auf dem Markt nicht ausstirbt. „Wir sehen, dass in Zeiten des Wandels und der gefühlten Unsicherheit die Rückbesinnung auf das Wesentliche eine wichtige Rolle spielt“, urteilt Ravensburger-Vorstandschef Karsten Schmidt.

dpa