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Immer im Einsatz  für die Gesundheit: Helmut und Anka Wagner.
Immer im Einsatz für die Gesundheit: Helmut und Anka Wagner. © Ketterl
Medizinische Reha:  Dirk Poltermann und Patient Rainer Engel.
Medizinische Reha: Dirk Poltermann und Patient Rainer Engel.
29.09.2010

Sport-Center Wagner: Visionen verwirklicht

Allen Grund zum Feiern: Was vor 40 Jahren mit dem Sport-Center Wagner an der Wimpfener Straße in bescheidenen Verhältnissen begann, ist heute ein Gesundheitszentrum, das in Deutschland an der Spitze steht und auch international als beispielhaft gilt. Der Peer Review Report der Deutschen Rentenversicherung vergab der Einrichtung jüngst 91 von 100 möglichen Qualitätspunkten in 54 Bewertungskriterien.

„Was Sie hier umgesetzt haben, haben wir in Berlin noch nicht zu Ende gedacht“, bemerkte Marion Caspers-Merk (SPD), die frühere parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, schon vor einiger Zeit bei einem Besuch im WRG Wagner-Ruland Gesundheitszentrum an der Habermehlstraße. Gemeint ist Wagners Komplett-Konzept – eine Reha-Tagesklinik, wohnortnahe Rundum-Therapie mit allen Bereichen der Krankengymnastik, neurophysiologischer Therapie, Ergotherapie, Reha-Nachsorge mit weiterführender Prävention, Fitness und Sport sowie eine unfallchirurgische und orthopädische Praxis mit ambulantem OP-Zentrum unter einem Dach zu integrieren, zugelassen in wesentlichen Bereichen für alle Kostenträger.

Die Resonanz gibt ihm – ganz abgesehen von der Bemerkung der Politikerin – Recht: Wo ihm früher ambitionierte Kraftsportler die (Mucki-)Bude einrannten, sind es jetzt Reha- und andere Patienten. „Das ist seit einigen Jahren eindeutig der Schwerpunkt“, so Helmut Wagner, der nicht müde wird zu betonen: „Ohne meine Frau hätte ich das nicht geschafft.“ Hinter erfolgreichen Unternehmern stehen eben häufig starke Frauen. Im WRG Gesundheitszentrum schwingt Anka Wagner, die alle Nina nennen, das Zepter im administrativen Bereich.

Angefangen hatte alles in den 60er Jahren in einer Garage in Ötisheim. Die diente als Trainingsraum für Helmut Wagner, der damals unter anderem als Gewichtheber für den SC Pforzheim aktiv war. „Mit jugendlichem Elan fiel schon damals die Entscheidung zur Gründung eines professionell betriebenen Sportzentrums.“ Aus der Vision wurde Realität – wie bei allem, was Helmut Wagner anpackte. 1971 wagte er, „mit Selbstvertrauen, Glück, guten Freunden und selbst gebauten Geräten“ den Sprung in die Selbständigkeit – an der Wimpfener Straße wurde das Sport-Center ins Leben gerufen. 1979 dann die erste Expansion mit der Anmietung von 500 Quadratmetern an der Habermehlstraße 14.

Im Jahr 1983 – die Fitness- und Sportstudiobewegung hatte in Deutschland gerade die ersten Gehversuche hinter sich – wurde für Helmut Wagner und seine Frau das Hobby endgültig zum Beruf – und das Studio auf die doppelte Kapazität erweitert, ein Jahr später die „spartanische Ausstattung aus den Gründungsjahren“ durch professionelle Trainingssysteme des finnischen Herstellers David ersetzt. Der stellt seit Jahren seine Geräte nach den Entwicklungen von Helmut Wagner her – die geschäftlichen Kontakte kamen einst auf einer Messe in München zustande.

Vom Sportstudio zum Gesundheitszentrum – für Helmut Wagner eine weitere Vision, die zur Realität wurde. „Die weltweite Entwicklung unseres Sports und die Erfolge unserer Aktiven bestärken mich in der Annahme, dass gerade im Jugend- und Breitensport ein gezielt angesetztes Krafttraining das geeignete Mittel sein kann, den immer häufiger auftretenden Zivilisationskrankheiten wirksam zu begegnen. Übergewicht und Haltungsschwächen (…) müssen nicht “, hieß es 1987 richtungsweisend in einem Grußwort Wagners, damals Vorsitzender des Baden-Württembergischen Landesverbands für Bodybuilding, Kraftsport und Fitness und darüber hinaus auch international engagiert, zur Landesmeisterschaft.

Im Jahr 1997 begann Wagner, seine Pläne in die Tat umzusetzen – mit der Eröffnung des Centrums für Gesundheit, Sport und Prävention an der Habermehlstraße 8-12, dem heutigen Standort, und der klaren Trennung von Sport und Prävention. Schon drei Jahre später folgte eine hohe Auszeichnung: Für Konzeption und Ausstattung gab’s von „Bodylife“ den Award „Anlage des Millenniums“. 2003 schließlich folgten fünf Sterne, vergeben vom Wirtschaftsinstitut für Fitness und Freizeit (WIFF) für außergewöhnliche Qualität, Betreuung und Umsetzung von ganzheitlichen Therapie- und Präventionskonzepten. Die Partnerschaft mit Hans Ruland, Inhaber der Ruland-Kliniken in Waldbronn, Dobel und Bad-Herrenalb sowie die Eröffnung der unfallchirurgischen Gemeinschaftspraxis Dreo im Jahr 2008 sind weitere Meilensteine.

Cornelius Berends