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Eine wichtige Rolle für die Wirtschaft und den Tourismus in Bad Liebenzell spielt der Mineralbrunnen. Foto: Ketterl
Eine wichtige Rolle für die Wirtschaft und den Tourismus in Bad Liebenzell spielt der Mineralbrunnen. Foto: Ketterl
06.08.2015

Sprudelnder Optimismus in Bad Liebenzell

Bad Liebenzell/Pforzheim. Bei uns in Bad Liebenzell herrscht eine Aufbruchstimmung“, gibt sich Bürgermeister Dietmar Fischer derzeit geradezu euphorisch. Diesen Optimismus bezieht das Stadtoberhaupt der Kleinstadt im Nordschwarzwald daraus, dass vieles neu ist: Das einst unter Kurverwaltung Bad Liebenzell GmbH firmierende Unternehmen kommt jetzt unter dem Namen Freizeit und Tourismus Bad Liebenzell GmbH moderner daher als zuvor.

Das geht aus einer aktuellen Veröffentlichung im Handelsregister hervor. „Auch personell hat sich einiges getan: Im Herbst 2013 wurde Johannes Schweitzer neuer Kur-Geschäftsführer, seit 1. Januar 2014 bin ich Bürgermeister und im Vorjahr wurden 17 von 24 Gemeinderäten neu gewählt“, berichtet Fischer, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Freizeit- und Tourismus-GmbH ist.

Schweitzer doppelt gefordert

An der Aufbruchstimmung hat auch die Pforzheimer Unternehmerfamilie Scheidtweiler maßgeblichen Anteil, der unter anderem das Brauhaus gehört. Dort arbeitet auch Johannes Schweizer in seinem Hauptberuf. Die Familie Scheidtweiler und andere Beteiligte haben zugleich in der Mineralbrunnen GmbH & Co. KG das Sagen, die im Vorjahr gegründet wurde, um das Personal des deutschlandweit bedeutenden Getränke-Unternehmens zu bezahlen, das aber weiterhin bei der Kurverwaltung beschäftigt bleibt. Denn, so wissen Schweitzer als Geschäftsführer beider Gesellschaften und Bürgermeister Fischer: „Dass Kommunen einen Mineralbrunnen-Betrieb betreiben, ist nicht zulässig – gerade auch wegen der kommunalen Zusatzversorgung.“

Alte Gebäude attraktiver

Deshalb musste daraus ein Gemeinschaftsbetrieb entstehen, um alle rechtlichen Unklarheiten zu beseitigen. Derzeit wird, laut Fischer, für die Freizeit- und Tourismus-GmbH ein zweiter Geschäftsführer gesucht. Wichtiger als diese organisatorischen Änderungen sind für Fischer andere Aspekte. „Wir haben einen Prozess unter dem Stichwort Stadtentwicklung 2020 begonnen.“ Schon vor seiner Zeit als Bürgermeister und Aufsichtsratschef wurde dies mit der Sanierung der Paracelsus-Theme im Jahr 2012 angestoßen. „Jetzt wird das alte Badhaus saniert und in seinen ursprünglichen Zustand von 1897 versetzt. Auch ein kleines Café kommt dort rein.“ Weitere gastronomische Betriebe in der Gesamtstadt seien entweder entstanden oder vorgesehen, beziehungsweise würden auf Vordermann gebracht.

Klar ist für Fischer: „Unsere Gegenspieler sind heute die Türkei, Mallorca und Teneriffa.“ Da passt es ihm ins Konzept, dass sich die vor Kurzem entstandene Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald für den Landkreis Calw vor zwei Monaten nur einen Steinwurf von der örtlichen Tourismus GmbH entfernt niedergelassen hat. Denn: „Wir müssen Pforzheimer Gasometer, Bad Wildbader Baumwipfelpfad, unseren Golfplatz und die Thermen im Kreis gemeinsam vermarkten.“