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Im Dialog (von rechts): Gabi Riede, Kristin Bauser, Carmen Richter-Bauser und Friedlinde Gurr-Hirsch.  Frommmer
Im Dialog (von rechts): Gabi Riede, Kristin Bauser, Carmen Richter-Bauser und Friedlinde Gurr-Hirsch. Frommmer
20.10.2016

Staatssekretärin Gurr-Hirsch im Haus des Handwerks

Kein Rednerpult. Keine optisch aufgepeppte Präsentation. Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch (62, CDU) nimmt einfach Platz am Tisch der im Pforzheimer Haus des Handwerks versammelten Unternehmerfrauen. Schon ihre ersten Sätze signalisieren Sachkenntnis, Nähe und wohltuende Bodenhaftung: „Ich komme aus dem ländlichen Raum, da leisten Handwerkerfrauen ‘ne ganze Menge, halten das Büro am Laufen und verwalten die ganzen Mitarbeiterbelange“, stellt sie sich vor und fügt rasch hinzu: „Opa war Winzer. Mit 17 bin ich in die Junge Union – auf dem Land war ja nichts los.“

Das verfängt bei den Handwerkerfrauen und Unternehmerinnen um Carmen Richter-Bauser, die rührige 1. Vorsitzende der hiesigen UFH-Ortsgruppe, die Friedlinde Gurr-Hirsch (MdL) zu diesem Gespräch auf Augenhöhe eingeladen hatte.

Die CDU-Landtagsabgeordnete hat Politik und evangelische Religion studiert, war unter anderem 25 Jahre lang Gemeinderätin in Untergruppenbach, unterrichtete an der kaufmännischen Berufsschule in Heilbronn, war gleichstellungspolitische Sprecherin und gehört seit mehr als 18 Jahren dem Stuttgarter Landtag für den Wahlkreis Eppingen an. Seit Mai 2016 ist Friedlinde Gurr-Hirsch Parlamentarische Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Sie muss die Themen „Verbesserung der Rahmenbedingungen für Paare“, „Vereinfachte Verfahren bei der Baufinanzierung“ und „Kinderbetreuung außerhalb der Familie“ nur kurz antippen – sofort entsteht, wie sie es später nennen wird, eine „Diskussion auf Zuruf“. Carmen Richter-Bauser (Industriekauffrau in einem Bäckerei- und Konditoreiunternehmen) führt an: „Ein halbes Jahr Elternauszeit und andere Verordnungen sind gerade für kleine Betriebe oft ein Problem. Manche (EU-)Verordnungen machen uns das Leben schwer und lassen gleichzeitig eine Tätigkeit im Handwerk gegenüber anderen Branchen unattraktiv werden.“ Gurr-Hirsch betont in ihrer Antwort zwei Aspekte: „Als Lebensmittelunternehmer tragen Sie die gesundheitliche Verantwortung“ – und stellt in Aussicht: „Ein Normenkontrollrat soll nach Bundesvorbild auch auf Landesebene eingeführt werden.“ Er soll kontinuierlich hinterfragen, welche Gesetze man streichen könne. „Wir haben hierbei den Grundsatz One In, One Out.“

www.ufh-bw.de