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Professor Markus-Oliver Schwaab stellt mit Jaclyn Grom und Sabine Rentschler (von links) eine erfolgreiche Arbeitsplatz-Vermittlung vor. Foto: Hegel
Professor Markus-Oliver Schwaab stellt mit Jaclyn Grom und Sabine Rentschler (von links) eine erfolgreiche Arbeitsplatz-Vermittlung vor. Foto: Hegel
04.07.2019

Stadt, Hochschule und Unternehmen wollen Absolventen in Pforzheim behalten

Pforzheim. Wie schwierig es ist, Fachkräfte zu finden, spüren auch die Betriebe in Pforzheim und der Region. Seit längerem ziehen deshalb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) und die Hochschule an einem Strang, damit mehr Studierende hier sesshaft werden. Über das sogenannte Career Center an der FH können nicht nur Studierende nach den besten Jobs in der Region Ausschau halten, sondern umgekehrt auch Unternehmen den Kontakt mit dem gut ausgebildeten Nachwuchs aufbauen. Wie das erfolgreich funktioniert, stellten die Kooperationspartner am Dienstagabend vor.

Schon drei ehemalige Studenten der FH Pforzheim hat ein Unternehmer aus der Region eingestellt. Einige weitere sind gerade als Praktikanten bei ihm in der Firma. „Das reicht mir aber immer noch nicht“, spricht er den Professor für BWL und Personalmanagement Markus-Oliver Schwaab von der Hochschule an. „Ich brauche vor allem Softwareentwickler.“ Schwaab leitet das Career Center, das für Studierende eine Online-Plattform mit Jobangeboten bietet. Außerdem dient das Center wie in diesem Fall als Anlaufstelle für Unternehmer aus der Region, die auf der Suche nach neuen Arbeitnehmern sind.

Ein Paradebeispiel, wie erfolgreiche Zusammenarbeit aussehen kann, betritt dann auch die Bühne. Jaclyn Grom hat hier an der FH Personalmanagement studiert. Eine Stelle an ihrem Wunschort zu finden, hätte die ehemalige Studentin wohl vor keine großen Probleme gestellt. Dann meldete sich die Personalerin Sabine Rentschler von der Firma Seuffer aus Hirsau bei Schwaab – auf der Suche nach einer jungen Kollegin. „Als sie mir die Adresse der Firma nannte, Bärental 26, dachte ich: Puh, das wird schwierig“, erinnert sich Schwaab. Denn viele gut ausgebildete Absolventen ziehe es nicht in die Nordschwarzwald-Provinz, sondern in die Großstädte.

Durch die Vernetzung aber konnte der Kontakt zwischen Grom und Rentschler hergestellt werden. Nach dem Praxissemester und einer Werkstudententätigkeit folgte die Festanstellung. Mittlerweile sind beide geschlossen zur Firma Enayati nach Birkenfeld gewechselt sind.

Dass sich solche Erfolgsgeschichten wiederholen und immer weniger Absolventen der Goldstadt den Rücken kehren, dafür will auch Markus Epple, Nachwuchsförderer der WSP, sorgen. „Heute fordern die jungen Leute eine andere Work-Life-Balance“, weiß er. Eine attraktive Stadt sei deshalb besonders wichtig, so Epple, „damit sie sich wie zuhause fühlen“. Besonders die Arbeit am Emma-Kreativzentrum stellt Epple heraus. „Wir wollen weg vom alten Image der Industriestadt.“ Vom Büro bis zum Atelier würde man deshalb alles bieten, was auch junge Gründer anspricht.

An die vor ihm sitzenden Unternehmer, die auf der Suche sind, kann Epple nur den Appell richten: „Nehmen Sie das Angebot an und melden Sie sich bei uns, dafür sind wir da.“