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Erklärungsbedarf hat SWP-Chef Roger Heidt (Zweiter von rechts), hier im Gespräch mit PZ-Redakteur Lothar Neff, Chefredakteur Magnus Schlecht und dem geschäftsführenden PZ-Verleger Thomas Satinsky, SWP-Geschäftsführer Thomas Engelhard und Betriebsratsvorsitzender Henry Wiedemann (von links). Foto: Meyer
Erklärungsbedarf hat SWP-Chef Roger Heidt (Zweiter von rechts), hier im Gespräch mit PZ-Redakteur Lothar Neff, Chefredakteur Magnus Schlecht und dem geschäftsführenden PZ-Verleger Thomas Satinsky, SWP-Geschäftsführer Thomas Engelhard und Betriebsratsvorsitzender Henry Wiedemann (von links). Foto: Meyer
22.11.2017

Stadtwerke Pforzheim müssen Lücken inder SWP-Führung schließen

Pforzheim. Die Führungsspitze der Stadtwerke Pforzheim (SWP) muss neu aufgestellt werden. Geschäftsführung und Betriebsrat sind um Gelassenheit bemüht. Doch der nahezu zeitgleiche Verlust von drei Hauptabteilungsleitern hat auch den Vorsitzenden der SWP-Geschäftsführung, Roger Heidt, überrascht. Innerhalb von nicht einmal 72 Stunden wurden die Kündigungen von drei Prokuristen im Pforzheimer Versorgungsunternehmen bekannt.

Am vergangenen Freitag hatte Christian Schneider, Chef von Vertrieb und Energieeinkauf, seinen Ausstieg in Richtung Ludwigsburg bestätigt. Am Samstag folgte Peter Günther, Leiter der Hauptabteilung Netzbau/Netzbetrieb. Ihn zieht es nach Freudenstadt. Und am Montag reichte Johannes Rager, Leiter der Hauptabteilung Services, seine Kündigung ein. Er folgt Christian Schneider, wie berichtet, ins Management der Stadtwerke Ludwigsburg.

Von einer Führungskrise bei den SWP könne keine Rede sein, versicherten Roger Heidt, Geschäftsführer Thomas Engelhard und Betriebsratsvorsitzender Henry Wiedemann im PZ-Redaktionsgespräch. Dass sich gleich zwei SWP-Prokuristen in einer bundesweiten Ausschreibung unter dem Vernehmen nach über 40 Bewerbern in Ludwigsburg durchsetzen würden, sei einerseits überraschend. Andererseits spreche dies auch für deren hohe Qualifikation und den guten Ruf der Stadtwerke Pforzheim. „Führungskräfte im Energiebereich werden bundesweit gesucht“, betont Heidt. Und die SWP seien in diesem Zusammenhang eben eine wichtige Größe. Mit der Beteiligung an der ib company habe man im Bereich „smart home“ eine wichtige Position besetzt, die neue Geschäftsfelder eröffne.

„Das ist schon eine Zäsur“, räumte Wiedemann ein. „Aber ich bin überzeugt, dass wir im Haus gute Leute zur Verfügung haben, die die entstehenden Lücken ausfüllen können.“ Immerhin zählen die SWP rund 500 Mitarbeiter. Wichtig sei neben der fachlichen Kompetenz auch das nötige Herzblut für das Unternehmen. Den ausscheidenden Prokuristen wünsche man alles Gute und gratuliere ihnen zum beruflichen Aufstieg in die Geschäftsführungen in Ludwigsburg und Freudenstadt.

Die Stadtwerke Pforzheim seien zukunftsfähig aufgestellt. Der Umsatz wurde seit dem Jahr 2008 von 180 auf 340 Millionen Euro gesteigert. Man werde die Chancen nutzen und die Herausforderungen der Energiewende meistern, versicherte Heidt. In Sachen Digitalisierung sei man auf einem guten Weg. Man verfolge eine klare Strategie. Mit der Einführung des neuen ERP-Programms breche ein neues Zeitalter an, das man gemeinsam angehen werde. Daran ändere sich durch die personellen Veränderungen nichts, betonte Heidt. „Für die Umsetzung ist ein großes Maß an Implementierungssicherheit erforderlich.“ Das spreche für eine interne Nachfolgelösung. „Die verantwortlichen Mitarbeiter müssen sich bei den SWP auskennen“, betont Engelhard. „Wir denken nicht in starren Hierarchien.“

Die Entscheidung über die Nachbesetzung der Stellen soll zeitnah erfolgen, so dass „ein reibungsloser Übergang und die damit verbundene Kontinuität für die SWP gewährleistet ist“. Das verbleibende Führungsteam, zu dem noch Bernd Hagenbuch als Leiter der Hauptabteilung Kaufmännischer Netzbereich gehört, solle von sechs auf fünf Köpfe reduziert werden. Es werden wohl nur zwei Nachfolger für die drei Weggehenden bestimmt. Bis zur turnusmäßigen Betriebsversammlung am 8. Dezember sollen erste Entscheidungen fallen, so Heidt.

Erster Bürgermeister Dirk Büscher bedauert als Aufsichtsratsvorsitzender der SWP ausdrücklich den Weggang der drei Manager. Gründe im Unternehmen selbst für den Wechsel sehe er keine. Auch mehrere Aufsichtsräte zeigten sich von der jüngsten Personalentwicklung bei den Stadtwerken überrascht.