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11.02.2016

Stanztechnik-Firma Binder-tecsys leidet unter Verlust eines Großauftrags

Bauteile der Huchenfelder Firma Binder-tecsys Kontakte haben sich schon im Weltall bewährt – im Mars-Roboter der Nasa. Auf der Erde steckt das traditionsreiche Stanztechnikunternehmen aktuell aber in ernsten finanziellen Schwierigkeiten. Das Amtsgericht hat den Stuttgarter Rechtsanwalt Philipp Grub zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt. Dessen Vater Volker Grub hat in früheren Jahren die Konkursverfahren von Kollmar& Jourdan, Bock & Schupp sowie von der Papierfabrik Weissenstein in der Goldstadt geleitet.

Philipp Grub zeigte sich am Mittwoch im Gespräch mit der PZ zuversichtlich, was die Chancen für eine Weiterführung angeht. Für eine Prognose sei es zwar noch zu früh. Es gebe aber ernsthafte Interessenten.

Auch Geschäftsführer Gerhard Förschler hofft, dass bis Ende Februar ein tragfähiges Konzept für die Fortführung des Unternehmens vorgelegt werden kann. Ein Auftragseinbruch in Millionenhöhe im Geschäft mit einem Hauptkunden habe zur Schieflage geführt, erläuterte der Diplom-Physiker.

Die Firma Binder-tecsys wurde 1960 gegründet. Mit der Tochterfirma in Kahla (Thüringen) werden derzeit 100 Mitarbeiter beschäftigt.

Die winzigen Stanzteile mögen unscheinbar sein, sind aber extrem wichtig für die Funktion der Endprodukte, in die sie eingebaut werden: Ohne Kontaktteile würden Hochleistungsmikroskope von Zeiss kein Licht haben und unzählige Waschmaschinen weltweit könnte nicht waschen oder schleudern, weil ihre Schaltung nicht funktionieren würde.

Die Produktion von Binder-tecsys-Kontakten erfolgt an zwei Produktionsstätten in Huchenfeld – in der Industriestraße 84 und 94 sowie in Kahla. Das Pforzheimer Unternehmen arbeitet als Hersteller von Tiefzieh-, Stanz- und Montageteilen für die Leistungselektronik der Automotive- und der Luft- und Raumfahrttechnik. Kunden kommen aus der Elektronik-Industrie, der Medizintechnik und dem Automobilbau.