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30.09.2008

Statistik der Arbeitsagentur Pforzheim: Drei Jobsuchende pro freie Stelle

PFORZHEIM. Im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit hat die Arbeitsagentur Pforzheim im September den stärksten prozentualen Rückgang verzeichnet. Weiterhin ein Problem ist hingegen die Arbeitslosigkeit bei den über 50-Jährigen.

Während die Stadt Pforzheim Ende September bei 4313 Arbeitslosen eine Quote von 7,3 (Vormonat: 7,4) Prozent hatte, wies der Enzkreis bei 3093 Arbeitslosen eine Quote von drei (Vormonat: 3,1) Prozent aus. „Saisonüblich kann man von einer Herbstbelebung sprechen“, sagte Walter Reiber, Chef der Arbeitsagentur Pforzheim, angesichts der jüngsten Arbeitsmarktzahlen. Demnach sank der Arbeitslosenbestand gegenüber dem August um 151 Betroffene (zwei Prozent). Ausbildungsbeginn und Neueinstellungen nach den Sommerferien schlugen nach Agenturangaben zu Buche.

„Steigende Tendenz“ habe der Stellenzugang gezeigt. 773 neue Jobangebote bedeuten laut Statistik gegenüber dem Vormonat ein Zuwachs von 139 (21,9 Prozent) Arbeitskräften, die von der regionalen Wirtschaft gesucht wurden. Reiber: „Betrachtet man den Stellenzugang seit Jahresbeginn in Summe, so wurde das Niveau des Vorjahres gehalten.“

Bemerkenswert sei, dass sich die Zahl der sogenannten geförderten Stellen innerhalb von vier Wochen von 24 auf 297 erhöht habe. Hinter dieser Größe verbergen sich nach Agenturangaben unter anderem Stellen wie Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und Angebote von Personal-Service-Agenturen. Betrachte man das Verhältnis zwischen Arbeitslosen und offenen Stellen, so kommen durchschnittlich drei Arbeitslose auf eine freie Stelle.

Weniger Langzeitarbeitslose

Unterdessen habe sich die Quote bei jugendlichen Arbeitslosen unter 20 Jahren erfreulich entwickelt. „35 Arbeitslose weniger bewirkten hier einen Rückgang um 14,7 Prozent innerhalb von vier Wochen. Ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit ist auf 2,7 Prozent gesunken“, stellte Agenturchef Reiber fest. Im Vergleich mit dem Vorjahr habe die Langzeitarbeitslosigkeit mit minus 530 (22 Prozent) am stärksten abgenommen und mache einen Anteil von 25,3 Prozent aus. Reiber dazu: „Arbeitsmarktreformen und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zur Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit zeigen hier Wirkung.“

Unerfreulich hingegen: Der Anteil der Arbeitslosen über 50 Jahren habe sich auf 25,8 Prozent erhöht. Diese Betroffenen hatten demnach innerhalb der vergangenen vier Wochen nur sehr geringe Chancen, der Arbeitslosigkeit zu entrinnen. „Für diesen Personenkreis müssen sich die Akteure am Arbeitsmarkt nochmals besonders ins Zeug legen“, appellierte Reiber insbesondere an die Arbeitgeber. Und weiter sagte er: „Unter diesen Arbeitslosen befinden sich auch Personen, die mit geringem zeitlichen und finanziellen Aufwand den Fachkräftemangel reduzieren helfen.“