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Der wegen versuchten Prozessbetrugs angeklagte Co-Vorsitzende der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen.  Hoppe
Der wegen versuchten Prozessbetrugs angeklagte Co-Vorsitzende der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen. Hoppe
13.01.2016

Strafprozess gegen Fitschen geht in die Verlängerung

München. Jürgen Fitschen muss auch in den letzten Monaten seiner Amtszeit als Co-Chef der Deutschen Bank viel Zeit auf der Anklagebank des Münchner Landgerichts verbringen: Der Abschluss seines Strafprozesses um versuchten Betrug im Fall Kirch verzögert sich auch nach mehr als acht Monaten Dauer erneut.

Nach einem weiteren Beweisantrag der Staatsanwaltschaft verlängerte der Vorsitzende Richter Peter Noll den bisherigen Terminplan um einen Monat bis Mitte März. „Wir nähern uns den Osterferien – und dem Jahrestag“, sagte er gestern mit Blick auf den Prozessbeginn im April 2015. Auch das Ende von Fitschens Amtszeit im Mai rückt damit immer näher.

Der Top-Manager steht zusammen mit seinen Vorgängern Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie zwei weiteren Bankern vor Gericht. Alle fünf haben nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft versucht, die Wahrheit über die Pleite der Kirch-Gruppe zu verschleiern. In einem Prozess um Schadenersatzforderungen des Medienunternehmers Leo Kirch im Jahr 2011 sollen sie zum Schutz der Deutschen Bank falsch ausgesagt haben. Die Angeklagten hatten die Vorwürfe zurückgewiesen. Zuletzt hatte der Richter auf einen Abschluss des Prozesses am Aschermittwoch oder spätestens in der Woche darauf gehofft. dpa