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08.12.2017

Streit-Atlas: Pforzheimer zeigen sich streitlustig

Pforzheim. Berlin verteidigt seinen Titel als Streit-Hauptstadt: Das geht aus „Deutschlands großem Streitatlas 2017“ des Versicherers Advocard hervor, für den bundesweit 1,7 Millionen Fälle ausgewertet wurden. Demnach prozessieren Menschen in Berlin (31,2 von 100) und Leipzig (33,2) und Köln (32,1) am häufigsten. Im Bundesschnitt hatte jeder vierte Einwohner in den vergangenen vier Jahren einen juristischen Streit. Während die Schwaben sich eher zurückhaltend geben (Stuttgart kommt auf eine Streitquote von lediglich 24,7), nimmt die badische Goldstadt mit 29,9 Fällen pro 100 Einwohner einen unrühmlichen Spitzenplatz im Südwesten ein. Im Vergleich zum Streitatlas 2015 war das ein deutliches Plus von vier Fällen.

Zur Ehrenrettung der Pforzheimer kann angemerkt werden, dass auch in der Landeshauptstadt etliche Streithähne leben. So liegen die Stammheimer und Obertürkheimer mit 31,4 beziehungsweise 31,1 Fällen landesweit vorne.

Im Enzkreis stieg die Zahl um 3,8 auf 26,1. Der Landkreis Calw glänzt mit einer unterdurchschnittlichen Quote von 23,4, nur die Freudenstädter sind noch friedliebender (20,4).

Auffallend: Bundesweit sind knapp zwei Drittel der Streitführer männlich. Die Ursachen liegen meist im privaten Bereich (40 Prozent), oftmals im Verkehr (27,9), bei der Arbeit (13,4) oder im Konflikt mit Behörden (7,5). Mehr als die Hälfte der Streitigkeiten wird von Menschen zwischen 36 und 55 Jahren ausgetragen. Insgesamt nimmt die Streitdauer zu. Fälle von einem Jahr und länger sind keine Seltenheit. Positiv sei die Tatsache, dass durch außergerichtliche Einigungen viele Verfahren schon nach drei Monaten beigelegt werden konnten.