nach oben
30.12.2015

Strompreis steigt nur minimal

Düsseldorf. Gute Nachricht für Verbraucher: Für die meisten Haushalte sollen die Strompreise zunächst stabil bleiben. „Wir rechnen mit keinen großen oder dramatischen Veränderungen“, sagt Ingmar Streese vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. Tatsächlich hat sich die Mehrzahl der rund 800 Versorger (darunter die Stadtwerke Pforzheim und Mühlacker) ein Stillhalten verordnet – zumindest vorerst.

So registrierte das Vergleichsportal Verivox zum Januar 2016 bisher nur 140 Anbieter, die ihre Tarife zum Jahresbeginn im Schnitt um 2,8 Prozent anheben. Bei weiteren knapp 50 Versorgern sinken sie sogar. Auch die Branchengrößen Eon und RWE, die im Zuge der Energiewende mitten im größten Konzernumbau ihrer Geschichte stecken, deuteten an, die Strompreise für die Endverbraucher zunächst einmal nicht anzutasten. Eon-Finanzchef Michael Sen versicherte bei der Vorlage der Quartalszahlen im November, die Kosten für die Kunden über den Jahreswechsel hinaus stabil halten zu wollen. Und RWE verdeutlichte, Anfang 2016 im Grundversorgungstarif nicht an der Preisschraube zu drehen.

Doch es bleibt offen, wie sich die Strompreise in den folgenden Monaten entwickeln. Denn die Versorger werden vor allem durch zwei Faktoren in die Zange genommen: den Anstieg der EEG-Umlage – also der Vergütung zur Förderung von erneuerbaren Energien – sowie die ebenfalls absehbare Steigerung der Netzentgelte. Auf diesen Kostenbestandteilen des Strompreises wollen sie am Ende nicht sitzen bleiben. Im Jahr 2017 befürchtet Streese zusätzliche Belastungen, die wegen des Netzausbaus über Erdkabelverlegung auf die Verbraucher zukommen könnten. Der durchschnittliche Strompreis in der Grundversorgung, so errechnete das Vergleichsportal Check24, ist seit dem Juli 2007 um 47 Prozent gestiegen. Zugleich ist der Strompreis an der Börse auf unter vier Cent pro Kilowattstunde gefallen – halb so viel wie 2011.