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06.10.2008

Struktur in den Pforzheimer Schmuckwelten wird verändert

PFORZHEIM. Rund drei Jahre nach der Eröffnung der Schmuckwelten in der Pforzheimer Innenstadt gab es jetzt eine Neujustierung. Die Erlebniskaufwelt soll noch mehr auf jugendorientierten Lifestyle getrimmt werden.

Die Gerüchteküche brodelte hoch, als unlängst in einem Handelsregistereintrag zu lesen war, dass es strukturelle und personelle Veränderungen im Pforzheimer Renommier-Projekt der Goldstadt gab. Georg H. Leicht von Juwelier Leicht ist demnach nicht mehr für das preiswertere Segment in den Schmuckwelten tätig. Statt dessen wurde Hans-Heiner Bouley, Vorstandsmitglied der Sparkasse Pforzheim, zum Geschäftsführer der neu gegründeten „Schmuckerlebniskauf in den Schmuckwelten GmbH“ ernannt. Gibt es Zoff unter dem Dach von Glamour und Preziosen?

Mitnichten, versicherte gestern Stephan Scholl, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pforzheim Calw. Für ihn ist es ein ganz gewöhnlicher Vorgang, wenn knapp drei Jahre nach der Gründung eines so einzigartigen Projekts „Optimierungen durchgeführt werden“, sagte er im PZ-Gespräch. Die Sparkasse war wesentliche Triebfeder für das Projekt und ist als Mitbetreiber und teilweise Immobilieninhaber beteiligt (siehe dazu nebenstehend „Zum Thema: Schmuckwelten“).
Immerhin habe es zuvor kein anderes vergleichbares Vorhaben gegeben, so dass Erfahrungswerte gesammelt und neue Erkenntnisse umgesetzt werden mussten. „Nach drei Jahren war es an der Zeit, Korrekturen vorzunehmen“, meinte der stellvertretende Sparkassenchef.

So wird sich Georg Leicht künftig mehr auf sein Kerngeschäft konzentrieren, insbesondere das Management seines Juweliergeschäfts – nicht das einzige in Deutschland –, das den anspruchsvollen Kunden bedient. Gleichzeitig bleibt der bundesweit in der Branche bekannte Juwelier aber auch Repräsentant der Schmuckwelten, wie er gestern gegenüber der PZ sagte. Dazu gehöre es unter anderem, bei hochrangigen Veranstaltung – wie etwa dem Iffezheimer Pferderennplatz – als Vertreter der Schmuckwelten aufzutreten. „Ohne Herrn Leicht wären die Schmuckwelten heute nicht so weit, wie sie es sind“, sagte Sparkassen-Vize Scholl.

Organisator für die internen Abläufe sowie für das Marketing werde Michael Buck, der bisher gemeinsam mit Leicht als Centermanager fungierte. Diesen Titel soll es nicht mehr geben. Buck werde künftig als Geschäftsführer agieren. Leiterin der Elebniskaufwelten bleibt Heike Potschka. Sie ist für die operative Gestaltung des Schmuckweltensegments zuständig, während der neue Geschäftsführer Hans-Heiner Bouley dort die strategische Ausrichtung bestimmen wird. Bouley war gestern auf Geschäftsreise und deshalb zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen.

Nach Vorstellungen seines Vorstandskollegen Scholl müsse die Erlebniskaufwelt „noch flippiger und jugendlicher“ werden, sie müsse den Charakter eines Lifestyle-Trendsetter für die Zielgruppe Jugend und junge Erwachsene übernehmen. Ebenfalls neu: Das Kartenbüro – bisher an der Poststraße – soll der Erlebniskaufwelt (Eingang Ecke Museum-/Kiehnlestraße gegenüber Schlössle-Galerie) angegliedert werden. Auch dadurch verspricht sich das Management mehr Zulauf der anvisierten Zielgruppe.

Auch Oberbürgermeisterin Christel Augenstein – Mitglied im Verwaltungsrat der Sparkasse – sieht in der Veränderung nichts Ungewöhnliches: „Die Schmuckwelten werden weiterentwickelt, sie werden optimiert. Vor drei Jahren sind sie als einzigartiges Projekt gestartet, für das es keine Blaupause gab. Sie wurden neu erfunden, Nachjustierungen sind daher völlig normal“. Der ehemalige Sparkassen-Vorstandschef Wolfgang Daum – inzwischen aktives Mitglied im Freundeskreis Schmuckwelten – sieht die Entwicklung ebenfalls positiv: „Ich bin erfreut, dass es nach der Aufbauarbeit nun eine Weiterentwicklung geben wird. Das ist der richtige Weg.“

Edelschmuck-Hersteller Georg Bunz bezeichnete die Schmuckwelten als wichtigen Magneten für die Goldstadt und wesentlichen Präsentationsort für die Firmen der Branche. Lediglich eines stellte er kritisch fest: „Die Marketinganstrengungen müssen verstärkt werden.“