Tarifverhandlungen: Edelmetall noch ohne Abschluss

Pforzheim. Für die 8000 Beschäftigten in der baden-württembergischen Schmuck- und Edelmetallindustrie haben am Donnerstag Nachmittag in der Goldstadt die Tarifverhandlungen begonnen. Der Bundesverband Schmuck+Uhren (BVSU) sowie die IG Metall konnten bis Redaktionsschluss keine Einigung erzielen. Es wird mit einer zweiten Runde der Gespräche gerechnet. Die Gewerkschaft möchte eine weitgehende Übernahme des Pilotabschlusses der Metall- und Elektroindustrie, die Arbeitgeber haben Bedenken. Das würde eine Einkommensverbesserung im Volumen von maximal vier Prozent bedeuten. Außerdem geht es um Verbesserungen bei der Qualifizierung und der Beschäftigungssicherung.

BVSU-Hauptgeschäftsführer Guido Grohmann erinnerte an den gemeinsam vollzogenen Strukturwandel von der reinen Schmuck- und Uhrenindustrie hin zur Edelmetall- und Präzisionstechnikindustrie von heute. „Die Corona-Krise macht Arbeitgebern wie Arbeitnehmern zu schaffen, mittel- und langfristig wird die fortschreitende Digitalisierung und die blühende Globalisierung Unternehmensstandorte, Arbeitsplätze und die Wertschöpfung als solche in unseren Regionen auf eine schwere Probe stellen, die es gemeinsam zu meistern gilt“, stellte Grohmann fest.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Rainer Schiessle, Geschäftsführer der Christian Bauer GmbH & Co KG, Welzheim: „Auch diese Tarifrunde wird Auswirkungen auf viele Arbeitsplätze in unserer Tarifgemeinschaft haben. Wir möchten möglichst viele davon sichern und fordern die Gewerkschaft daher auf, gemeinsam mit uns über zukunftsfähige Lösungen zu verhandeln.“ „Dafür wollen wir unsere Betriebe wettbewerbsfähig und zukunftssicher machen, ohne zusätzliche tariflichen Kostenbelastungen und mit Möglichkeiten der Differenzierung in Krisenzeiten.“