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Aufmerksame Zuhörer (von links) Julian Eisenschmidt (Projekt PROA), Mirta Congost (Barcelona), Sara Fendrich (Schmuckdesignerin) und Jennifer Blania beim Vortrag von Wiestaw Kramski. Fotor: Frommer
Aufmerksame Zuhörer (von links) Julian Eisenschmidt (Projekt PROA), Mirta Congost (Barcelona), Sara Fendrich (Schmuckdesignerin) und Jennifer Blania beim Vortrag von Wiestaw Kramski. Fotor: Frommer
03.05.2017

Tipps aus der Praxis: Wirtschaftsjunioren bei Unternehmer Wiestaw Kramski

Pforzheim. Selbstbewusstsein und Stolz schwingen mit, als Wiestaw Kramski (69) sein weltweit aufgestelltes Unternehmen in kleinem Kreis präsentiert. Die Gäste dieses „Gründergesprächs“ sind die vom Informatiker und Kreissprecher Friedel Völker angeführten Wirtschaftsjunioren der Region Nordschwarzwald.

Die Einblicke die Wiestaw Kramski ihnen bei dieser Gelegenheit gewährt, sind, so drückt es Völker aus, „nicht selbstverständlich“, die Erkenntnisse, die der gestandene und viel beschäftigte Unternehmer den junge Designern und Projektleitern mit auf den Weg gibt, dürften indes in der Rubrik „unbezahlbar“ rangieren. Das Besondere daran: Kramski lässt die Unternehmensgeschichte immer im zeitlichen Kontext Revue passieren, er erinnert beispielsweise an die Gründung von Kramski North America in Florida im Jahr 2002. Und er ruft sofort in Erinnerung, dass genau in diesem Zeitfenster die Clinton-Regierung die Verlagerung von 56 000 US-Unternehmen nach China zuließ – auch unter dem Eindruck des wenige Monate zuvor erfolgten Terror-Attacke auf das New Yorker World Trade Center.

Die zu diesem Zeitpunkt in Deutschland herrschende Flaute erwähnt Wiestaw Kramski nur knapp, ebenso wie die ab 2007 schrumpfende Wirtschaft. Er macht aber deutlich: „Ich habe 2008 sieben Mitarbeiter mit einem Lebensalter über 50 Jahren eingestellt, als die Großen – Bosch, Daimler und viele andere – den Vorruhestand mit 53 propagierten!“. Er muss antizyklischem Verhalten gar nicht beim Namen nennen, um es zu propagieren. Eloquent formuliert Kramski aus dem Wachstum des eigenen Unternehmens zwölf Merksätze, die sich die Wirtschaftsjunioren notieren:

Nicht kleinkariert sein: Großzügigkeit kommt mehrfach zurück

Nachbargrundstücke, auch wenn’s schwerfällt, immer kaufen

Lieber ein schlechter Plan als gar kein Plan

Am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen! Andere tun’s nicht.

Immer den Mut haben, Stellung zu beziehen

Gut versichern – bei jährlicher Überprüfung des Neuwerts

Sich selbst sichtbar Farbe geben, denn graue Mäuse werden übersehen

Auszeichnungen anstreben – die helfen auch, um herauszuragen

Dem Kunden immer mehr liefern als er ursprünglich bestellt hat

Wenn es keinen Weg gibt, dann den Umweg suchen

Nie einen Geschäftspartner mit 50 Prozent beteiligen

Alle zehn Jahre Schenkungsmöglichkeiten nutzen

Nach dem Gründergespräch folgte ein Rundgang durch das Präzisionstechnik-Unternehmen.

www.kramski.com

www.wj-nsw.de