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IHK-Hauptgeschäftsführer Martin Keppler, einer der Wegbereiter der Tourismusakademie Baden-Württemberg.  Foto: Lache 

Tourismusakademie Baden-Württemberg feiert in Baiersbronn ihren 20. Geburtstag

Baiersbronn/Pforzheim. Jene Service-Leistungen im Tourismus nehmen zu, die unmittelbar mit dem Dienst am Kunden zu tun haben, sagt der Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH (STG), Hansjörg Mair. Dazu müssten die Beschäftigten in Gastronomie, Hotellerie und weiteren Institutionen der Reise- und Freizeitwirtschaft regelmäßig aus- und weitergebildet werden. Deshalb bezeichnet Maier die Tourismusakademie (TA) Baden-Württemberg als wichtige Funktion. Dort finde der direkte Austausch „von Mensch zu Mensch, von Lehrenden zu Lernenden“ statt.

Am 16. September 1999 ist die TA von den Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg (TMBW) ins Leben gerufen worden. Zu den Wegbereitern zählt Martin Keppler, heute Hauptgeschäftsführer der IHK Nordschwarzwald. In deren Geschäftsstelle Freudenstadt hat die Akademie ihren Sitz. In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben mehr als 7000 Teilnehmer in rund 400 Veranstaltungen über Themen der Branche diskutiert, sich ausgetauscht und Netzwerke zwischen Hoteliers, Touristikern und Unternehmern anderer Branchen geknüpft. „Von Anfang an war es uns wichtig, nicht nur Weiterbildung anzubieten, sondern Impulsgeber und Innovationsplattform zu sein“, so Tanja Traub, Mitglied der IHK-Geschäftsführung.

In Baiersbronn feierte die Institution diese Woche ihr 20-jähriges Bestehen. Unter den Gästen im Hotel Traube Tonbach waren einstige Wegbegleiter sowie Partner, Lehrende und Sponsoren. Akademieleiterin Elke Schönborn lud eine illustre Referenten-Runde ein. Der Österreichische Branchen-Experte Andreas Reiter berichtete von der „ortlosen Arbeit“ und der Verschmelzung von Privatleben und Beruf. So biete ein Hotel am Meer für 30 Euro pro Tag neben Unterkunft auch Co-Working-Arbeitsplätze. „Bei schlechtem Wetter wird gearbeitet. Scheint die Sonne, gehen die jungen Leute zum Surfen.“

Landes-Tourismusminister Guido Wolf (CDU) bezeichnete die TA-Gründung als visionären Akt. Er wies auf die hohe Bedeutung der Reise- und Freizeitwirtschaft im Urlaubsland Baden-Württemberg hin. Das beflügelte IHK-Präsidentin Claudia Gläser zu der Feststellung, die Region sei ein idealer Ort zum Leben und Arbeiten.

Die Geschichte zum Produkt

Nicht zuletzt machte Max-Richard Freiherr von Raßler deutlich, dass Markenbildung und eine Geschichte um das Produkt (Storytelling) erfolgsentscheidend seien. Die Familie des Freiherrn hat ihr Schlossanwesen in Starzach-Weitenburg als eine der ersten Adelsgeschlechter für die Öffentlichkeit touristisch zugänglich gemacht. Bereits 1062 wird die Weitenburg in einer Urkunde des Klosters Hirsau erwähnt. Heute feiern bevorzugt asiatische Paare ihre Hochzeit im Hotel-Restaurant Schloss Weitenburg. Denn: „Wir erfüllen der japanischen Braut den Traum, einmal im Leben Sissi zu sein.“