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Weihten gemeinsam die neue Maschinenhalle ein: Sima Zeitler, OB Gert Hager,  Eberhard Auerbach-Fröhling, Reiner Müller, Ines Vuillermin, Ulrich Jautz (verdeckt) und Oliver Reitz (von links). Foto: Frommer
Weihten gemeinsam die neue Maschinenhalle ein: Sima Zeitler, OB Gert Hager, Eberhard Auerbach-Fröhling, Reiner Müller, Ines Vuillermin, Ulrich Jautz (verdeckt) und Oliver Reitz (von links). Foto: Frommer
17.09.2015

Trauringfertigung in sechster Generation

Im Idealfall wird ein Trauring lebenslang getragen. Er trage seinen „schon 25 Jahre“, sagte Oberbürgermeister Gert Hager im Rahmen seines Unternehmensbesuchs bei der traditionsreichen Trauringmanufaktur August Gerstner, die in sechster Generation als Familienbetrieb geleitet wird. Begleitet wurde das Stadtoberhaupt bei der Visite von Oliver Reitz, Direktor des städtischen Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP), von Reiner Müller, Leiter des WSP-Geschäftsbereichs Wirtschaftsförderung, und von Ulrich Jautz, Rektor der Hochschule Pforzheim.

Der Entschluss für den Besuch der seit mehr als 150 Jahren an der Calwer Straße in Pforzheim produzierenden Ringfabrik war schon Anfang des Jahres, während der Münchner Inhorgenta getroffen worden. Hager betonte, das Gerstner-Firmenjubiläum Ende September 2012 sei ihm noch in sehr guter Erinnerung.

Den aktuellen Anlass für das Gespräch mit der Führungs-Troika – den Geschwistern Ines Vuillermin, Eberhard Auerbach-Fröhling und Annelie Waldhier-Fröhling – bot die Einweihung der neuen, 100 Quadratmeter großen Maschinenhalle an der Seebergstraße. Das Investitionsvolumen wurde mit 300 000 Euro beziffert. „Die besondere Herausforderung bei diesem Neubau“, erläuterte Architekt Sima Zeitler, sei „die extreme Hanglage“ gewesen. Außerdem gab es zu einer älteren Stützwand keinerlei Baupläne mehr und der Neubau hätte bei laufendem Betrieb vorangetrieben werden müssen. Zudem wurde ein geologisches Gutachten mit Probebohrungen notwendig, um den genauen Felsverlauf zu eruieren. Die neue Maschinenhalle sei, so Zeitler, eine sehr aufwendige Konstruktion, denn sie müsse sowohl in ihrer Höhe als auch in ihrer Tragfähigkeit auf schwere Maschinen ausgelegt sein.

„Es gibt keine Stadt auf der Welt, in der mehr Trauringe gefertigt werden“, führte Eberhard Auerbach-Fröhling aus. Er unterstrich, dass die Ringfabrik August Gerstner 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftige, viele davon „möglichst von der Ausbildung bis zur Rente“. Die Ausbildung im eigenen Hause sei schon deshalb unersetzbar, weil es kaum noch Goldschmiede und Polisseusen auf dem hiesigen Arbeitsmarkt gebe.

Oberbürgermeister Gert Hager lobte das bodenständige Unternehmen für sein Bekenntnis zu Qualität und Design, für die beim Gang durch mehrere Produktionsbereiche offenkundige Präzisionsarbeit und die Fähigkeit sowie den Willen Trends zu setzen.