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Unternehmenssitz von Aixtron in Herzogenrath
Unternehmenssitz von Aixtron in Herzogenrath
27.10.2016

US-Geheimdienste blocken geplante Übernahme des Spezialmaschinenbauers Aixtron durch chinesische Investoren

Berlin/Herzogenrath. Die geplante Übernahme des Spezialmaschinenbauers Aixtron durch chinesische Investoren hat laut einem Pressebericht US-Geheimdienste auf den Plan gerufen. Diese hätten im Bundeskanzleramt interveniert, um den Deal zu blockieren, berichtete das „Handelsblatt“ am Mittwoch unter Berufung auf deutsche Geheimdienstkreise.

Die Amerikaner hätten Ermittlungsergebnisse präsentiert, wonach Produkte von Aixtron auch militärisch genutzt werden können. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte am Freitag vergangener Woche seine Unbedenklichkeitsbescheinigung gegen einen Verkauf nach China zurückgezogen.

„Zu Art oder Herkunft der Informationen kann ich keine Angaben machen“, sagte eine Sprecherin von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) am Mittwoch. Sie bejahte eine Frage, ob Erkenntnisse ausländischer Geheimdienste eine Rolle bei solchen Bewertungen spielten. Zu Details wollte sie sich aber nicht äußern.

Ein Aixtron-Sprecher sagte dazu: „Bis dato sind an Aixtron keine konkreten Fragen des Bundesministeriums für Wirtschaft im Rahmen der vertieften Prüfung herangetragen worden.“ Er betonte, dass Aixtron keine Bauteile oder Chips produziere, sondern Anlagen für die Halbleiterindustrie. Aixtron habe seit Unternehmensgründung 1983 mehr als 3000 dieser Anlagen weltweit verkauft. Die entsprechenden Aufträge seien von den zuständigen Behörden freigegeben worden – unter anderem für den Export nach Südkorea, Taiwan oder China.

Zur Dauer des Verfahrens wollte die Sprecherin Gabriels nichts sagen.