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Sucht nach Alternativen: VW-Markenchef Herbert Diess.  Steffen
Sucht nach Alternativen: VW-Markenchef Herbert Diess. Steffen
17.11.2015

Umrüsten bereitet VW Kopfzerbrechen

Wolfsburg. Wie aufwendig ist die Umrüstung von VW-Dieselfahrzeugen? Im VW-Abgasskandal müssen Hunderttausende Kunden bei der notwendigen Umrüstung ihrer Autos auf Antworten warten.

Dabei geht es um technische Lösungen für die mittelgroßen 1,6 Liter-Dieselmotoren. Bei den betroffenen Fahrzeugen reicht ein einfaches Software-Update nicht aus, auch Hardware am Motor muss verändert werden.

Volkswagen stellte einer von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eingesetzten Untersuchungskommission gestern in Wolfsburg technische Maßnahmen für die 1,6-Liter-Motoren vor. Diese werden nun vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) geprüft und bewertet, wie ein Ministeriumssprecher sagte.

VW hatte mit Hilfe einer Software Abgastests bei Dieselfahrzeugen manipuliert. Dabei ging es um Werte für das gesundheitsschädliche Stickoxid. Außerdem hatte VW bei 800 000 Autos falsche Angaben zum Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) gemacht. Im Stickoxid-Skandal hatte das KBA für insgesamt 2,4 Millionen Wagen in Deutschland einen verbindlichen Rückruf angeordnet, der Anfang 2016 beginnen soll. Es geht um verschiedene Motoren- und Fahrzeugmodelle. Das Bundesverkehrsministerium hatte bereits vor einer Woche unter Berufung auf das KBA mitgeteilt, dass in Deutschland für 540 000 Wagen des VW-Konzerns neben einer Software-Lösung auch neue Bauteile hermüssen. Nach aktuellem Stand sind davon nur die 1,6-Liter-Motoren betroffen. VW war eine Frist bis Sonntag gesetzt worden, um Lösungsvorschläge vorzulegen.

Umdenken erforderlich

Angesichts des Rückstands der deutschen Autoindustrie bei der Fertigung von Batterien für Elektroautos hat Volkswagen zudem ein Umdenken gefordert. „Ich bin der Meinung, wir brauchen eine Batteriefertigung in Deutschland. Das ist die Kerntechnologie der Elektromobilität“, sagte VW-Markenchef Herbert Diess in Wolfsburg. Darüber gebe es Gespräche mit der Politik. „Ein großer Teil der Wertschöpfung wird in Zukunft die Batterie sein. Insofern fände ich eine konzertierte Aktion richtig.“

Milliarden-Investition

„Auch innerhalb der Industrie zusammenzuarbeiten, kann man sich vorstellen“ so Diess. Dabei geht es um die neue Generation der Batteriezellen. Um mehrere Millionen Zellen herzustellen, sei jedoch ein Investitionsvolumen von einer Milliarde Euro nötig.

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