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Trotz schwacher Zahlen zuversichtlich: Marcus Wolfinger. Foto: PZ-Archiv
Trotz schwacher Zahlen zuversichtlich: Marcus Wolfinger. Foto: PZ-Archiv
16.08.2018

Umsatzrückgang beim Birkenfelder Medizintechnik-Unternehmen Stratec

Birkenfeld. Die Aktionäre der Stratec Biomedical AG mussten am Mittwoch starke Nerven haben. Das Birkenfelder Medizintechnik-Unternehmen hatte im ersten Halbjahr mit Umsatzrückgängen zu kämpfen.

Das Unternehmen, das unter anderem Analysesysteme für die medizinische Diagnostik anbietet, musste sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn deutliche Abstriche hinnehmen. Der Aktienkurs sackte nach Bekanntgabe der Zahlen mehr als zehn Prozent auf 63 Euro ins Minus.

Gründe dafür finden sich in drei Bereichen: Zum einen machen dem Unternehmen negative Wechselkurseffekte zu schaffen. Hinzu kam eine bilanzielle Umstellung auf neue Rechnungslegungsstandards. Und schließlich zeigten sich auch im operativen Geschäft Probleme wie unerwartet langsame Anlaufphasen neuer Produkte sowie geringere Abrufzahlen von Geräten durch bestehende Kunden. Unter dem Strich musste Stratec einen Umsatzrückgang im Halbjahr um 10,5 Prozent auf 90,2 Millionen Euro hinnehmen. Die Erträge vor Steuern und Abschreibungen (Ebit) sanken von 12,8 auf 8,8 Millionen Euro.

„Der Rückgang ist auf das schwache erste Quartal zurückzuführen“, erläuterte Vorstandschef Marcus Wolfinger auf Anfrage der PZ. Nach seiner Auskunft haben die Umsätze im zweiten Quartal schon wieder zugelegt. Mittel- und langfristig würde die Prognosen erfüllt, die deutliche Zuwächse vorsehen. „Unsere Pipeline ist prall gefüllt“, verwies Wolfinger auf zahlreiche Entwicklungsaufträge, die in den kommenden Monaten umsatzwirksam würden. Deshalb habe Stratec auch die Mitarbeiterzahl im Bereich Forschung&Entwicklung weiter ausgebaut. Stratec beschäftigt weltweit 1148 Mitarbeiter.

Das Halbjahresergebnis war letztlich auch Ausgangspunkt für eine Absenkung der Jahresprognose. Beim Umsatzwachstum rechnet Stratec für 2018 jetzt nur noch mit einem Zuwachs zwischen einem und drei Prozent. Hier hatte das Medizintechnikunternehmen bislang einen Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet.