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Zuversicht beim Sommerfest: Die Führungsspitze der Redex-Gruppe (von links) mit Ungerer-Geschäftsführer Klaus Lenz, Sylvie und Bruno Grandjean sowie Jacques Guyon. Foto: Ketterl
Zuversicht beim Sommerfest: Die Führungsspitze der Redex-Gruppe (von links) mit Ungerer-Geschäftsführer Klaus Lenz, Sylvie und Bruno Grandjean sowie Jacques Guyon. Foto: Ketterl
Ungerer ist weltweit für seine Richtanlagen für die Walztechnik bekannt. Die Planheit von Blechen aus Alu und Edelstahl wird um Faktor zehn verbessert. Foto: Martin DIHL
Ungerer ist weltweit für seine Richtanlagen für die Walztechnik bekannt. Die Planheit von Blechen aus Alu und Edelstahl wird um Faktor zehn verbessert. Foto: Martin DIHL
27.07.2018

Ungerer wieder obenauf: Pforzheimer Maschinenfabrik erblüht unter französischer Obhut

Pforzheim. Wie ein Phönix aus der Asche: Das Pforzheimer Traditionsunternehmen Ungerer ist wieder in der Erfolgsspur. Im Dezember 2015 musste die damalige Geschäftsführung Insolvenzantrag stellen.

Die Suche nach einem neuen Investor gestaltete sich anfangs schwierig. Mit dem Einstieg einer Münchner Finanzgesellschaft ging es weiter – die suchte einen industriellen Investor und fand ihn schließlich im Juni 2017 in Bruno Grandjean, Chef der französischen Redex-Gruppe.

„Ein Glücksfall für Ungerer“, sagt Betriebsratsvorsitzender Theo Maier im Gespräch mit der PZ rückblickend. Seit dem Einstieg von Redex geht es am Standort im Arlinger wieder aufwärts. Das Unternehmen liefert Präzisionsmaschinen und Anlagen für die Hütten- und Walzwerk-Industrie sowie die Metallverarbeitung. Als Geschäftsführer in der Goldstadt verpflichtete Grandjean im Vorjahr Klaus Lenz (55), einen Brancheninsider, der über 30 Jahre für Thyssenkrupp tätig war – unter anderem als Manager in Shanghai und Alabama. Aus seiner Zeit beim Essener Stahlkonzern stammen auch die Verbindungen zur Redex-Gruppe. Bruno Grandjean hatte ihn angeschrieben, ob er nicht Geschäftsführer bei Ungerer werden wollte. Der gebürtige Krefelder – ein gelernter Maschinenschlosser – hat binnen eines Jahres nicht nur alte Kunden für Ungerer zurückgewonnen, sondern auch ein weltweites Netzwerk aufgebaut.

Der Umsatz soll 2018 auf 20 Millionen Euro steigen. Die Mitarbeiterzahl hat sich von 70 auf 100 erhöht. „Wir stellen weitere Fachkräfte ein“, versichert Lenz. Im kommenden Jahr soll sich der Umsatz verdoppeln. „Wir haben einige große Projekte in der Pipeline.“ Das hört auch Betriebsrat Maier gerne. Die Ungerer-Mitarbeiter durften sich kürzlich nicht nur über ein zünftiges Sommerfest freuen, sondern auch über eine Sonderprämie. Außerdem wird am Standort kräftig investiert. Nach der schwierigen Zeit während der Insolvenz ein weiteres positives Signal für die leidgeprüfte Belegschaft. „Redex hat bisher alles eingehalten, was uns versprochen wurde“, sagt Maier. Unter der früheren Geschäftsführung sei das leider nicht so gewesen.

„Der Name Ungerer hat weltweit einen guten Ruf“, betont Geschäftsführer Lenz. Sein Ziel ist es, die marktführende Position, die sich Ungerer in den vergangenen Jahrzehnten durch die Einführung einiger Schlüsseltechnologien – etwa Planheitsmesssysteme – erarbeitet habe, auszubauen. „Wir haben patentierte Verfahren. die weltweit Maßstäbe setzen.“ Unterstützt wird Ungerer dabei vom Forschungszentrum BFI.