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Sein Vollbart ist das Markenzeichen von Fotograf Christian Metzler, der sich mit weiteren Persönlichkeiten im Café Roland präsentierte. Foto: Warzecha
Sein Vollbart ist das Markenzeichen von Fotograf Christian Metzler, der sich mit weiteren Persönlichkeiten im Café Roland präsentierte. Foto: Warzecha
09.11.2018

Ungewöhnliches „Festival der Persönlichkeiten“ im Café Roland

Pforzheim. „Uns ging es darum, Persönlichkeiten zu finden, mit denen sich Studierende identifizieren können.“ Das sagt Max Julian Fischer, studentische Hilfskraft am Pforzheimer HEED – Institute for Human Engineering & Empathic Design, das im Herbst 2016 an der Hochschule Pforzheim gegründet wurde und von der 2012 gegründeten Karl-Schlecht-Stiftung gefördert wird. Zum „Festival der Persönlichkeiten“ kamen sechs außergewöhnliche Zeitgenossen aus Pforzheim und der Region ins Café Roland.

Die Snowboard-Olympiasiegerin von 1998, Nicola Thost, überzeugte die Zuschauer, die sich beeindruckt davon zeigten, einmal im Leben die mitgebrachte Goldmedaille begutachten zu dürfen, durch ihre sympathische und selbstreflexive Art. Heute sei sie sich gewiss, dass man in jeder Lebensphase andere Träume habe, die man verwirklichen wolle. So habe sie als Mädchen einfach nur snowboarden wollen, weil es für sie Freiheit bedeutete, einen Pokal zu bekommen sowie weil es Spaß machte.

Gemäß des Mottos des HEED verbindet sie mit dem Sport die Werte Freiheit, Kreativität und Persönlichkeitsentwicklung. Ihr Ziel sei es dabei nie gewesen, je Olympiasiegerin zu werden, sondern „so viel Zeit und Mühe reinstecken zu können wie möglich“, wie sie sagte. „Man weiß nie, ob man erfolgreich sein wird. Wichtig ist, dass man Ziele hat und die gilt es, umzusetzen“, ermunterte sie das Publikum. Heute blicke sie auf eine schöne, aber auch entbehrungsreiche Zeit innerhalb ihrer Sportlerkarriere, geprägt von Schmerzen, zahlreichen Aufenthalten in der Reha-Klinik, geprägt von Einsamkeit zurück. Sie lebt inzwischen in Tirol.

Auch Cina Dilbers Weg ist geprägt davon, was ein Mädchen „eigentlich nicht so macht.“ Schon immer hatte die studierte Modedesignerin und gelernte Damenschneiderin sich für Mode interessiert. Die Kommunikation unterschiedlicher Kulturen und Nationalitäten untereinander ist es auch, die Dilber mit ihrem Café Roland seit eineinhalb Jahren fördert. Auch Janis Wiskandt engagiert sich für Pforzheim. Der 24-jährige, der seit seinem 18. Lebensjahr die Traditionsbäckerei seiner Familie mit leitet, wird im nächsten Jahr deren komplette Geschäftsleitung übernehmen und einen Bäckerei- Neubau umsetzen. Kim Eisenmann, die mit ihrem Partner, dem Pforzheimer Student Sven Häuser, unter anderem den „Flip Pen“, eine Kombination aus Büroutensil, Schreibwerkzeug und Design-Spielzeug entwickelt hat, präsentierte ein Armband, mithilfe dem man testen könne, ob ein Getränk mit K.O.-Tropfen versehen ist.

Christian Metzler sah sich während seiner Tätigkeit in einem Callcenter mit Vorurteilen konfrontiert. Der 40-jährige Pforzheimer trägt Vollbart, weswegen er hinter seinem Rücken als „Bombenleger“ gehänselt wurde. Dies war einer der Gründe, weshalb er sich nach einer Ausbildung als Fotograf selbstständig machte.