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Kläger Alva Pilliod (von links) mit Rechtsanwalt Brent Wisner, Alberta Pilliod und Anwalt Michael Miller auf einer Pressekonferenz in San Francisco. Foto: Elias
Kläger Alva Pilliod (von links) mit Rechtsanwalt Brent Wisner, Alberta Pilliod und Anwalt Michael Miller auf einer Pressekonferenz in San Francisco. Foto: Elias
15.05.2019

Unkrautvernichter von Monsanto steht unter Krebsverdacht

Washington. Ein Rentnerpaar erkrankt in den USA nach der Nutzung eines Unkrautvernichters der Bayer-Tochter Monsanto an Krebs. Dafür soll der deutsche Konzern jetzt büßen. Eine US-Jury sprach Alva und Alberta Pilliod Schadenersatz in Höhe von umgerechnet fast 1,8 Milliarden Euro zu. Das Paar war an Krebs erkrankt und schreibt dies der Verwendung glyphosathaltiger Unkrautvernichter durch die Bayer-Tochter Monsanto zu. Es ist bereits die dritte Niederlage für Bayer und Monsanto in US-Verfahren im Zusammenhang mit dem umstrittenen Präparat. Zwar kündigte Bayer noch in der Nacht auf gestern (Ortszeit) Berufung gegen die Entscheidung an. Doch an der Börse ging die Talfahrt der Bayer-Aktie weiter.

Die Pilliods hatten den Monsanto-Unkrautvernichter Roundup über Jahrzehnte auf ihren Grundstücken verwendet. Bei Alva wurde 2011 ein Non-Hodgkin-Lymphom diagnostiziert, eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems. Seine Frau bekam dieselbe Diagnose vier Jahre später. Aufgrund der Werbung des Unternehmens hätten sie den Eindruck bekommen, dass das Mittel sicher sei, beklagte sich Alberta Pilliod am Montag auf einer Pressekonferenz. Sie wünschten sich, dass Monsanto über die Gefahren des Mittels aufgeklärt hätte. „Es hat unser Leben für immer verändert. Wir können nicht mehr die Dinge machen, die wir früher konnten und das nehmen wir Monsanto wirklich übel“, erklärte die 74-Jährige.

Bayer hatte vor Gericht vergeblich darauf verwiesen, dass beide Kläger eine lange Historie von Vorerkrankungen hätten, die bekanntermaßen erhebliche Risikofaktoren für eine Erkrankung am Non-Hodgkin-Lymphom seien. Es gebe keine wissenschaftlichen Beweise, dass es ohne den Einsatz von Glyphosat nicht zu der Krebserkrankung gekommen wäre, argumentierte Bayer. Doch die Jury überzeugte das nicht. Sie machte das Monsanto-Präparat für die Krebserkrankung verantwortlich.

Der größte Teil der verhängten Milliardensumme entfiel dabei auf den sogenannten Strafschadenersatz, wofür es im deutschen Recht keine Entsprechung gibt. Ein Juror wurde in US-Medien mit dem Satz zitiert, das Urteil solle dem Konzern eine Lehre erteilen.

Es ist bereits die dritte derartige Niederlage für Bayer. Im ersten Prozess hatte eine Jury den Konzern vergangenen August zunächst zu 289 Millionen Dollar an Schmerzensgeld und Entschädigung verdonnert. Das Strafmaß aber letztlich auf 78 Millionen Dollar (rund 70 Millionen Euro) reduziert.