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Ein Zeichen gesetzt haben Astrid und Thomas Hermann (Mitte) vom Karlsbader Unternehmen Hermann Ultraschall. Auf ihren Vorschlag hin wurden 12 500 Euro aus dem Erlös des wvib-Treffens an den „Runden Tisch Asyl Karlsbad“ gespendet. Rechts:  Verbandspräsident Klaus Endress, links: wvib-Hauptgeschäftsführer Christoph Münzer. Foto: Wilhelm
Ein Zeichen gesetzt haben Astrid und Thomas Hermann (Mitte) vom Karlsbader Unternehmen Hermann Ultraschall. Auf ihren Vorschlag hin wurden 12 500 Euro aus dem Erlös des wvib-Treffens an den „Runden Tisch Asyl Karlsbad“ gespendet. Rechts: Verbandspräsident Klaus Endress, links: wvib-Hauptgeschäftsführer Christoph Münzer. Foto: Wilhelm
17.11.2015

Unternehmen helfen Flüchtlingen

Baden-Baden/Pforzheim. Der wvib – Wirtschaftsverband industrieller Unternehmen in Baden – will seinen Teil dazu beitragen, dass die Flüchtlinge in Deutschland durch Arbeit integriert werden.

Eine entsprechende Resolution verabschiedete der Verband mit mehr als 1000 meist mittelständischen Mitgliedsunternehmen bei seiner 70. Jahreshauptversammlung vergangenen Freitag in Baden-Baden. Der Resolution ist ein Maßnahmekatalog beigefügt, in dem wvib-Unternehmen mit ihren Aktivitäten aufgelistet sind, darunter die Pforzheimer Firma Witzenmann. Sie biete im Thales-Areal an der Ostendstraße für Asylbeweber Praktikumsplätze und Aushilfsjobs an. Befürwortet wurde die Erklärung unter anderem auch von Thomas Hermann, geschäftsführender Gesellschafter des Karlsbader Maschinenbauers Hermann Ultraschall.

Unter anderem heißt es in der von Präsident Klaus Endress (Fa. Endress & Hauser) und Hauptgeschäftsführer Christoph Münzer unterzeichneten Resolution: „Wir sehen in den Flüchtenden in erster Linie Menschen mit Hoffnungen und Potenzialen. Dass sie Gefahren auf sich genommen haben, um nach Deutschland zu kommen, sollten wir als Vertrauensbeweis betrachten. Wir sind nicht naiv: Nicht jeder Flüchtling ist leicht integrierbar und bringt die Fähigkeiten mit, die bei uns gebraucht werden.“

In der Erklärung machen die Unterzeichner auch deutlich: „Wir wollen Flüchtlinge integrieren, dürfen aber auch die Probleme der arbeitsuchenden inländischen Arbeitskräfte nicht außer Acht lassen.“ Fremdenfeindlichkeit habe im Südwesten keinen Platz. Indes dürfe Deutschland dem wvib zufolge nicht wahllos aufnehmen. „Zuallererst müssen die von Gewalt Bedrohten Schutz oder Asyl finden. Deutschland kann diese große Aufgabe nur zusammen mit seinen europäischen Nachbarn leisten. Wir brauchen einen gemeinsamen Standpunkt möglichst vieler EU-Partner, funktionierende Kontrollen, die Bereitschaft zu klaren Verteilungsquoten und einen effektiven Rückführungsprozess“, so das Papier.

Arbeitsaufnahme erleichtern

Deutschland benötige ein Einwanderungssystem mit transparenten Kriterien. Laut wvib „muss es schon in den Herkunftsländern geklärt werden, wer und wie viele bei uns eine Perspektive haben“. Abschließend wird der Abbau von bürokratischen Hürden gefordert. Das Leben in Sammellagern und mit Arbeitsbeschränkungen müsse schnell beendet sein, denn: „Jeder Tag, den ein Flüchtling in selbstbestimmter Weise in Arbeit und Eigenverantwortung leben kann, ist eine Erleichterung für unser Land.“

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