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Diskutierten auf Augenhöhe (von links): Rita Schwarzelühr-Sutter, Ralph Weinbrecht und Antonio Pelivan (Arbeitsgemeinschaft der Selbstständigen), Angie Trautz, Kreisvorsitzende des Bundes der Selbstständigen, sowie IHK-Geschäftsführer Markus Wexel und Walter Augenstein von der Bäckerinnung Nordschwarzwald.  Falk
Diskutierten auf Augenhöhe (von links): Rita Schwarzelühr-Sutter, Ralph Weinbrecht und Antonio Pelivan (Arbeitsgemeinschaft der Selbstständigen), Angie Trautz, Kreisvorsitzende des Bundes der Selbstständigen, sowie IHK-Geschäftsführer Markus Wexel und Walter Augenstein von der Bäckerinnung Nordschwarzwald. Falk
22.10.2015

Unternehmer sind besorgt über die Struktur im Nordschwarzwald

Sozialer Wohnungsbau, Gebäudesanierung und Stadtentwicklung: Die Liste der Themen war lang, die Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), und Vertreter des Handwerks im Rathaus in Ellmendingen diskutierten.

„Ein wichtiger Punkt ist für uns das bezahlbare Bauen und Wohnen“, sagte Schwarzelühr-Sutter zu Beginn. Vom Jahr 2013 auf das Jahr 2014 sei der Wohnungsneubau in Deutschland bereits gewachsen. Im vergangenen Jahr seien 240 000 neue Wohnungen gebaut worden, benötigt würden nach aktuellem Stand weitere 350 000.

„Gerade mit Blick auf die Flüchtlingszahlen ist der Markt angespannt“, so die Parlamentarische Staatssekretärin des BMUB weiter. Deshalb habe der Bund den Ländern und Kommunen eine stärkere Unterstützung beim Neubau von Wohnungen und der Schaffung von Sozialwohnungen zugesagt. IHK-Nordschwarzwald-Geschäftsführer Markus Wexel sprach die Grundstücksnot in den Städten an: „Wie gehen wir mit der knappen Fläche um.“ Die Gewerbegebiete der Stadt Pforzheim zeigten, welche Not am Mann sei. Bis zum Jahr 2025 habe man 100 Hektar Bedarf an Gewerbeflächen, zur Verfügung stünden 110 Hektar. Zudem müssten die Kommunen attraktiver zum Leben werden. „Bis 2020 können 11 000 Arbeitsplätze für Facharbeiter in der Region Nordschwarzwald nicht mehr besetzt werden“, so Wexel. Gut ausgebildete, junge Menschen verließen die Region, „dabei haben wir tolle Unternehmen im Schwarzwald“, so der IHK-Geschäftsführer weiter. Ralph Weinbrecht nannte Keltern als Beispiel: „In drei der fünf Teilorte gibt es nichts mehr, keinen Laden, keinen Arzt, keinen Supermarkt. Und das in einer Gemeinde mit 10 000 Einwohnern.“

Beim Thema Städteentwicklung wollte Walter Augenstein, Unternehmer und Ehrenobermeister der Bäckerinnung Nordschwarzwald, wissen, warum es bei der Sanierung von alten Gebäuden so viele bürokratische Hürden zu überwinden gelte.