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Gut besucht war das Unternehmertreffen auf der Wilferdinger Höhe (von links): Gastgeber Thomas Kleiner mit Oberbürgermeister Gert Hager, WSP-Chef Oliver Reitz und Wirtschaftsförderer Reiner Müller.  Keller
Gut besucht war das Unternehmertreffen auf der Wilferdinger Höhe (von links): Gastgeber Thomas Kleiner mit Oberbürgermeister Gert Hager, WSP-Chef Oliver Reitz und Wirtschaftsförderer Reiner Müller. Keller
04.12.2015

Unternehmer-Glück auf Wilferdinger Höhe

Pforzheim. Die Geschäftsleute auf der Wilferdinger Höhe sind zufrieden. So jedenfalls der Eindruck nach dem Unternehmertreffen am Mittwochabend bei der Firma Kleiner, zu dem der Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing (WSP) eingeladen hatte.

„Wir fühlen uns hier oben mit unseren 250 Mitarbeitern pudelwohl“, machte Firmenchef Thomas Kleiner schon bei der Begrüßung deutlich. 2008 war das Stanztechnik-Unternehmen von Eisingen in die Goldstadt gezogen. Die verkehrsgünstige Lage und das vielfältige Einkaufs- und Dienstleistungsangebot gelten als Vorzüge des größten Gewerbegebiets der Goldstadt.

„Wir wollen mit den Unternehmern vor Ort ins Gespräch kommen“, erläuterte Oberbürgermeister Gert Hager, der für den grippegeschwächten WSP-Chef Oliver Reitz auch gleich die Moderation des Abends übernahm. Wer eine kontroverse Diskussion erwartet hatte, wurde enttäuscht. Denn die anfänglichen Wogen über das laufende Bebauungsplanverfahren für die Wilferdinger Höhe haben sich offenbar geglättet. Was auch Martina Annawald als städtische Planerin gefreut haben dürfte, die mit weiteren Verantwortlichen aus dem Pforzheimer Rathaus den 80 Unternehmensvertretern Rede und Antwort stand. Innenstadtschädliche Sortimente auf zusätzlichen Verkaufsflächen dürfen Einzelhändler dort nicht mehr anbieten – es gilt jedoch Bestandsschutz. „Wir müssen in eine attraktivere Innenstadt investieren“, gab Hager die Richtung vor.

Die mangelhafte IT-Versorgung des Gewerbegebiets durch die Telekom nahm Müjdat Bilgin, Leiter Telekommunikationsvertrieb der Stadtwerke Pforzheim (SWP), zum Anlass für einen ausgedehnten Werbeblock für das nagelneue Glasfasernetz der Stadtwerke. „Der Lichtwellentechnik gehört die Zukunft!“ Dadurch erwarte die Unternehmen auf der Wilferdinger Höhe eine leistungsfähige Datenautobahn mit einer Internetbandbreite von bis zu 1000 Megabits/Sekunde. „Die Leerrohre sind in den wichtigen Straßenzügen schon verlegt“, ergänzte Bilgin. „Für eine Flatrate von 19,90 Euro im Monat ist der Anschluss aber nicht zu haben“, relativierte OB Hager allzu blauäugige Erwartungen. Allerdings bestünde für die Firmen auch die Möglichkeit einer Funkanbindung an schnelles Internet über die Firma Skytron, einer Tochterfirma der Kramski-Gruppe, was Sabine Torres-Kramski im Publikum mit Genugtuung vernahm.

Bei der Busanbindung des Gewerbegebiets bleibe auch nach der geplanten Übernahme durch die RVS alles beim alten, war zu erfahren. Arbeitnehmer und Kunden schätzen besonders die bisherigen Stadtbus-Linien 5 und 11, um direkt auf die Wilferdinger Höhe zu kommen. Für die Interessengemeinschaft Wilferdinger Höhe sprach in Vertretung von Nicole Kälber der Unternehmer Alexander Koch. Die Initiative sei eine Plattform für alle 430 Unternehmen. „Wir sehen uns nicht als Gegenpol, sondern als Ergänzung der Innenstadt.“ Rund 8700 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zählt die Wilferdinger Höhe, so Rainer Müller (WSP). 40 Prozent seien in Gewerbebetrieben, 22 Prozent im Handel und 20 Prozent in der Dienstleistung tätig.