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Das Vorstandsgremium der VR Bank Enz plus (von links): Armin Kühn, Ulf Meißner, Jürgen Wankmüller (Vorstandsvorsitzender), Martin Schöner und Klemens Schork. Foto: Privat

VR Bank Enz plus zufrieden mit Jahr eins nach der Fusion

Pforzheim. Die Dividende ist für viele Geldanleger ein entscheidendes Kriterium. Deshalb dürfte auch die geplante Kürzung bei der VR Bank Enz plus für Diskussionen unter den Mitgliedern sorgen. Unter dem Strich sollen die künftig mehr Geld von ihrer Bank erhalten, wie Vorstandschef Jürgen Wankmüller im Pressegespräch ankündigte.

„Unsere Mitglieder sind nicht einfach nur Kunden.“ Es seien – wie bei allen Genossenschaften – zugleich auch Eigentümer und sie genießen damit eine ganze Reihe an Vorteilen. Bestimmte Leistungen, wie beispielsweise die Generationenberatung, würden ausschließlich Mitgliedern der Bank angeboten. Darüber hinaus erhalten sie jährlich eine Dividende, die aber für alle Mitglieder gleich ist, egal wie eng sie mit der Bank zusammen arbeiten, erläuterte Wankmüller. Das soll ab 2019 anders werden.

Mitglieder bevorzugt

Mitglieder, die ihr Konto bei der VR Bank führen und damit die Leistungen intensiver nutzen, erhalten bei der Kontoführung künftig einen Rabatt und würden so bevorzugt, ergänzte Vorstandsmitglied Klemens Schork. Betrug die Dividende bisher sechs Euro pro Geschäftsanteil, sinkt dieser Wert auf 3,75 Euro. Im Gegenzug erhält das Mitglied künftig einen Preisnachlass von zwölf Euro beim Girokonto. „Im Durchschnitt erhalten unsere Mitglieder damit künftig 42 Prozent mehr als bislang, als eine höhere Dividende ausgeschüttet wurde“, rechnet er vor.

Im Gegenzug werden Vorstand und Aufsichtsrat der Vertreterversammlung am 22. Mai vorschlagen, die Dividende für 2018 von vier auf 2,5 Prozent zu reduzieren. Das sei immer noch ein attraktive Verzinsung, so Schork.

Im Jahr 2017 – dem ersten Geschäftsjahr nach der Fusion – verzeichnete die VR Bank eine gute Geschäftsentwicklung. „Wir sind ein Haus geworden“, so Wankmüller. Obwohl der Kreditwirtschaft innerhalb der bestehenden volkswirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen enge Grenzen gesetzt seien, konnte die Bank im Kundengeschäft erfreuliche Zuwächse erzielen.

Das betreute Kundenvolumen ist um rund 107 Millionen Euro auf drei Milliarden Euro gestiegen. Die Bilanzsumme erhöhte sich dabei leicht auf 1.4 Milliarden Euro. „Wir stellen zuerst einmal viele Fragen und hören gut zu. Danach sprechen wir gemeinsam über Lösungsmöglichkeiten“, erläuterte Wankmüller. Und zwar so, „dass unsere Kunden das gut nachvollziehen und damit selbst die für Sie passenden Entscheidungen treffen können.“

Ulf Meißner, Vorstand Firmenkunden, freut sich, dass flächendeckend im gesamten Geschäftsgebiet hohe Zustimmungswerte und eine zunehmende Nachfrage für das nach der Fusion umfassendere Angebot an Beratungsleistungen zu verzeichnen sei.

Sein Vorstandskollege Martin Schöner, verantwortlich für das Privatkundengeschäft, weist auf die vielfältigen Zugangswege zur Bank hin. „Geschäftsstellen in der Nähe, kompetente persönliche Beratung, ein eigenes KundenServiceCenter (KSC) und sehr gute App‘s fürs Smartphone oder den PC. Für jeden das, was er braucht“ so Schöner weiter. „Natürlich sehen wir, dass das Serviceangebot am klassischen Bankschalter immer weniger genutzt wird und auf der anderen Seite immer mehr Kunden in unserem KSC anrufen oder Online-Banking nutzen.“

Filialnetz auf dem Prüfstand

Es gebe noch keine konkreten Pläne für eine Änderungen im Geschäftsstellennetz, betonte Schöner. Einige Filialen würden aber unterdurchschnittlich frequentiert, was man genau beobachte.

Wie Vorstand Armin Kühn ausführt, lag das Betriebsergebnis vor Bewertung mit 9,1 Millionen Euro leicht über den Werten des Vorjahres. Damit sei man durchaus zufrieden, obwohl die Nullzinspolitik der EZB erneut auf die Profitabilität drückte. Das relativ gute Betriebsergebnis von neun Millionen Euro ermöglicht die weitere Stärkung des Eigenkapitals.