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Volkswagen steht derzeit mächtig unter Strom. Foto: dpa/Arnold
Volkswagen steht derzeit mächtig unter Strom. Foto: dpa/Arnold
07.12.2018

VW kämpft an vielen Fronten

Wolfsburg/Stuttgart. Der Autobauer Volkswagen verschärft seinen Sparkurs. Um die angekündigten Investitionen in die Elektromobilität aus eigener Kraft zu stemmen, schränkt das Unternehmen das Angebot für Kunden ein und will weiter am Personal sparen.

„Es gibt Modellvarianten, die kauft kein Mensch“, sagte Ralf Brandstätter, der als „Chief Operating Officer“ das Tagesgeschäft der Marke leitet, am Donnerstag. Auch beim Personal sehe das Unternehmen noch Sparpotenzial „entlang der demografischen Kurve“.

Der neuen Verbraucherklage gegen Volkswagen wegen des Diesel-Abgasskandals haben sich inzwischen mehr als 81.000 Autokäufer angeschlossen. Sie beantragten einen Eintrag ins Klageregister, wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Donnerstag in Berlin mitteilte. Das Interesse, sich an einer Klage gegen VW zu beteiligen, sei also offensichtlich sehr groß, sagte vzbv-Chef Klaus Müller. „Wir rechnen damit, dass die Zahl der Anmeldungen weiter steigt.“ Das Register war erst Ende November eröffnet worden. Im Zusammenhang mit den zahlreichen Klagen von Anlegern im VW-Dieselskandal will die Dachgesellschaft Porsche SE die Ablösung des zuständigen Stuttgarter Richters erreichen. Das Landgericht bestätigte am Donnerstag, dass die Holding, die gut die Hälfte der Stimmrechte an Volkswagen hält, einen Befangenheitsantrag eingereicht hat.

Das Stuttgarter Gericht verhandelt die Schadenersatzklagen von Anlegern gegen die Porsche SE. Die Kläger werfen der Holding vor, sie zu spät über den Dieselskandal und dessen finanzielle Folgen informiert zu haben. Die Porsche SE kritisiert, dass der Richter allein und nicht mit einer vollständigen Kammer über die Fälle entscheide.