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Schließungspläne bei der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof könnten auch den Standort Pforzheim betreffen. Bislang gibt es dazu aber noch keine Auskünfte.  Foto: Meyer 

Verdi kritisiert Manager von Galeria Karstadt Kaufhof

Düsseldorf/Pforzheim. Nach Bekanntwerden umfangreicher Schließungspläne bei der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) hat die Gewerkschaft Verdi das Management um Konzernchef Stephan Fanderl für die Schieflage des Handelsriesen verantwortlich gemacht. „Wenn Entlassungen anstehen, muss Dr. Fanderl als erster gehen“, verlangte der Verdi-Bundesfachgruppenleiter Einzelhandel, Orhan Akman, am Montag in Berlin. Denn nicht die Beschäftigten hätten die Schieflage der Warenhäuser verursacht, sondern vorrangig das Management.

Die Gewerkschaft forderte GKK-Eigentümer René Benko auf, angesichts der Krise endlich die Karten offen auf den Tisch zu legen. Shutdown und Corona vorzuschieben, um sich durch massenhafte Schließungen und Entlassungen gesundzustoßen, sei durchsichtig und weit weg von einem Zukunftskonzept für die Warenhäuser. „Die Beschäftigen erwarten von ihm Zukunft statt Kahlschlag“, sagte Akman. Jetzt komme es darauf an, die Tradition der Warenhäuser modern zu denken.

Am Freitag war bekannt geworden, dass bei der letzten großen deutschen Warenhauskette ein Kahlschlag droht. Bis zu 80 der derzeit noch gut 170 Filialen des Konzerns könnten bei der anstehenden Sanierung geschlossen werden, hieß es aus informierten Kreisen. Ob auch der traditionsreiche Kaufhof-Standort in Pforzheim darunter sein könnte, ist weiterhin unklar. Bundesweit sind Tausende Arbeitsplätze in Gefahr. Nach den coronabedingten Ladenschließungen hatte der ohnehin mit roten Zahlen kämpfende Warenhauskonzern Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren gesucht.

Der im Schutzschirmverfahren gerichtlich bestellte Sachwalter Frank Kebekus und der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz wollen am kommenden Montag die Verdi-Tarifkommission über ihre Pläne für den Warenhauskonzern informieren.