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24.03.2016

Verdi-Streik bei Amazon in Pforzheim fast ohne Teilnehmer

Pforzheim (dpa/lsw) - Nur wenige Mitarbeiter sind dem Streikaufruf der Gewerkschaft Verdi bei Amazon in Pforzheim gefolgt. Zu dem Streik kamen am Donnerstagnachmittag nur 30 der rund 200 Mitarbeiter der Spätschicht, wie der Verdi-Projektleiter für Amazon, Dirk Rindler, sagte. Am Vormittag streikten laut Verdi 18 der 180 bis 190 Frühschicht-Angestellten, Amazon sprach sogar nur von 11 Streikenden. Zur Spätschicht machte das Unternehmen zunächst keine Angaben. Grund für die geringe Beteiligung sind nach Einschätzung von Rindler die befristeten Verträge vieler Beschäftigter. Deshalb trauten sie sich nicht. «Aber wir geben nicht auf», sagte er. An dem Amazon-Standort arbeiten laut Verdi rund 700 Menschen.

Verdi fordert von Amazon, für die Beschäftigten den Tarifvertrag für Einzel- und Versandhandel anzuerkennen. Dies versucht die Gewerkschaft seit 2013. Amazon zahlt in seinen Logistik-Zentren nach den niedrigeren Vorgaben der Logistikbranche, liegt dabei nach eigenen Angaben aber am oberen Ende der branchenüblichen Löhne und lehnt die Forderung von Verdi ab.

Verdi fordert für die Beschäftigten unter anderem tarifliche Mindeststandards nach dem Einzelhandelstarifvertrag, beispielsweise im Bezug auf Arbeitszeiten, Urlaubsanspruch, sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Bislang hatte die Amazon-Geschäftsleitung in Pforzheim Verhandlungen über den Einzelhandeltarif stets abgelehnt. Der Online-Händler sagte am frühen Donnerstagnachmittag, dass der Streik in Pforzheim keine Auswirkungen auf den Betrieb gehabt habe.

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