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Haben das Problem erkannt (von links): Achim Gerling, Günter Breuninger, Gerhard Lillich, Elke Lillich, Michael Heyn, Robin Schöpf, Marco Mayer, Pilar Mayer, Matthias Carstens und Matthias Stark. Foto: Falk
Haben das Problem erkannt (von links): Achim Gerling, Günter Breuninger, Gerhard Lillich, Elke Lillich, Michael Heyn, Robin Schöpf, Marco Mayer, Pilar Mayer, Matthias Carstens und Matthias Stark. Foto: Falk
17.03.2017

Vereint gegen den Fachkräftemangel: Lehrangebot soll kleine Betriebe für Auszubildende attraktiv machen

Enzkreis/Pforzheim. Für kleine und mittelständische Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in Pforzheim und der Region wird es immer schwieriger, Auszubildende zu finden. „Ein Problem ist, dass viele dieser Firmen keine eigene Lehrwerkstatt für Azubis haben“, sagt Günter Breuninger von der Gesellschaft für Projektierungs- und Dienstleistungsmanagement, kurz GPDM: „Azubis brauchen einen separaten Platz zum Lernen und einen Ausbilder, der für sie zuständig ist und sie unterstützt.“

Um ein solches Angebot für Auszubildende in der Region zu gewährleisten, haben sich am Donnerstag die Vertreter von sieben Unternehmen aus der Region zusammengeschlossen und ein Ausbildungsnetzwerk für den Nordschwarzwald gegründet. BANG, das steht für „Berufliches Ausbildungsnetzwerk im Gewerbebereich“. Zwölf solcher Vereine gibt es in Nordrhein-Westfalen bereits, nun also auch eines in Baden-Württemberg. Die Gründerfirmen sind Willy Lillich, Schüssler Technik, Pmh Präzisionsmechanik Heyn, Britsch Spannzeuge, OMP Ottmar Mayer Präzisionsdrehteile, GPDM und Zeus.

„Eigentlich nutzen wir nur die Kapazitäten, die es gibt“, erklärt Achim Gerling von der GPDM, die BANG als Projektbegleiter initiiert hat. Zu Beginn ihrer Lehre erhalten die Auszubildenden neben der Berufsschule vier Monate intensives Training in einem Lernzentrum. Dort erfahren sie die Grundlagen ihrer Ausbildung. Nach den vier Monaten geht es in den eigentlichen Ausbildungsbetrieb, wo die Lehrlinge dann mit dem erworbenen Wissen bereits selbstständig an den Maschinen arbeiten können. Für 18 Auszubildende wird in dem Lernzentrum für die BANG Nordschwarzwald Platz sein, meint Gerling. Wer der Partner mit der Lernwerkstatt sein wird, stehe noch nicht endgültig fest, entsprechende Angebote aus Pforzheim gebe es aber bereits. Je nach Bedarf könne man weitere Netzwerke in der Region gründen.

Messbare Erfolge

Gerling und Breuninger rechnen damit, dass zu den sieben Vereinsgründern im Laufe der Zeit noch weitere Mitglieder hinzukommen werden. „Das Angebot der Lehrwerkstatt ist für Vereinsmitglieder günstiger“, sagt Gerling, außerdem haben Azubis aus diesen Betrieben ein Vorrecht bei der Platzvergabe. Aber auch als Nicht-Vereinsmitglied könnten Unternehmen ihre Auszubildenden an dem Programm teilhaben lassen.

Damit die Schulabgänger überhaupt auf das Angebot aufmerksam werden, gehen Gerling und Breuninger von der GPDM auf Ausbildungsmessen und in Schulen auf Jugendliche zu.

In Nordrhein-Westfalen, wo es bereits zwölf Netzwerke gibt, könnten Erfolge direkt gemessen werden. „Die Abbruchquote der Auszubildenden liegt in den Betrieben, die das Angebot nutzen, bei 4,5 Prozent“, meint Gerling. Deutschlandweit sei die Quote etwa doppelt so hoch. Zudem blieben 97 Prozent der jungen Menschen für mindestens ein weiteres Jahr in ihrem Ausbildungsbetrieb.

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