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24.03.2009

Verlässlichkeit statt Renditejagd - Volksbank Pforzheim zufrieden mit Geschäftsjahr 2008

PFORZHEIM. Die Volksbank Pforzheim fühlt sich in ihrer konservativen Geschäftsstrategie bestätigt – insbesondere in der Krise. Langfristige Kundenbeziehungen seien wichtiger, als exorbitant hohe Renditeerwartungen.

„Schiere Größe allein ist nicht bedeutend für höhere Leistungsfähigkeit“, sagte Rainer Kunadt. Der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Pforzheim zielte gestern bei der Bilanzpressekonferenz seines Hauses mit dieser Bemerkung insbesondere gegen jene Privatbanken, die in der Vergangenheit die genossenschaftlichen (Volks- und Raiffeisenbanken) sowie die öffentlich-rechtlichen Institute (Sparkassen) in Frage gestellt hatten.

Inzwischen seien diese Banken unter den staatlichen Rettungsschirm gekrochen, weil sie andernfalls „heute pleite wären“. Kunadt bedauerte die finanziellen Schäden , die skrupellose Akteure mancher Geldinstitute bei ihren Kunden und zu Lasten des Steuerzahlers hinterlassen hätten. Genau so gravierend sei auch der Vertrauensverlust, den viele Kunden eben jener Häuser erfahren hätten.
Für die Volksbank stehe nicht das unbedingte Streben nach hoher Eigenkapitalrendite „von 25 Prozent und mehr“ im Vordergrund. Vielmehr wolle man mit klassischer Ausrichtung dem Kunden ein verlässlicher Partner sein. Kunadt: „Die Ausrichtung des Genossenschaftswesens beruht auf Mitgliederorientierung, bedarfsgerechter Beratung, Berechenbarkeit und langfristigem Denken in der Kundenbeziehung.“
Diese konservative Strategie erlaube zwar keine exorbitant hohen Renditen, aber sie habe sich insbesondere in der Krise bewährt. Ohnehin, sagte der Vorstandschef: „Was die großen Institute können, können wir schon lange.“ Den Bankkunden ist es dem Vorstandsvorsitzenden zufolge wichtig, „einen Partner zu haben, dem sie vertrauen können. Für das Wachstum unserer Bank war dies einer der Hauptfaktoren. Dies spiegelt sich auch in unserer Bilanzsumme wider.“ Demnach stieg die Bilanzsumme im Geschäftsjahr 2008 um 8,6 Prozent auf rund 2,3 Milliarden Euro.
Vorstandsmitglied Jürgen Zachmann, zuständig für das Privatkundengeschäft, freute sich unterdessen über deutliche Zuwächse bei den Kundeneinlagen: „Unsere Kundenpassiva, die ausschließlich von Kunden unseres Geschäftsgebietes gehalten werden, sind um 4,12 Prozent auf mittlerweile 1,4 Milliarden Euro gestiegen.“ Besonders gefragt waren demnach neben Tages- und Festgelder auch regelmäßig besparte längerfristige Einlagen.

„Eine Kreditklemme gibt es bei der Volksbank Pforzheim nicht“, betonte Zachmann. Neue Kreditzusagen beliefen sich auf mehr als 96 Millionen Euro. Der Investitionsschwerpunkt der privaten Kunden fokussierte sich dabei immer mehr aufs Renovieren und Sanieren. Allein hierfür wurden mehr als 15 Millionen Euro an öffentlichen Fördergeldern abgerufen. Daneben vergab die Volksbank in 2008 rund sechs Millionen Euro an Konsumentenkrediten.
Während sich das Wertpapiergeschäft nach dem Rekordjahr 2007 zurückentwickelt habe, stiegen die Provisionsumsätze im Immobiliengeschäft auf 16 Millionen Euro. Auch in der privaten Altersvorsorge sieht Zachmann einen vertrieblichen Schwerpunkt. So vermittelte die Volksbank Pforzheim rund 46 Millionen Euro an Lebensversicherungen und betreut insgesamt 5300 Riester-Sparer. Beim Bausparen verzeichnete die Bank 2800 Neuabschlüsse – dies entspricht einem Plus von zehn Prozent. Das Abschlussvolumen liegt bei 84 Millionen Euro.Der Vertreterversammlung am 13. Mai im CongressCentrum wird eine unveränderte Dividende von 5,1 Prozent vorgeschlagen.