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Die ersten Mieter im ZPT ( von links): Professor Reinhard Rupp, Geschäftsführer der AHP- Akademie an der Hochschule Pforzheim, Geschäftsführer Manuel Pérez Castillo vom Ausbildungszentrum für Technik, Rektor Professor Ulrich Jautz von der Hochschule Pforzheim, Jungunternehmer Dr.-Ing. Andreas Baum von der MetShape GmbH und WSP-Chef Oliver Reitz. Moritz 

Viel Raum für Innovationen und Qualifizierung: Zentrum für Präzisionstechnik (ZPT) vor der Fertigstellung

Pforzheim. Was lange währt, wird endlich gut: Hochschul-Rektor Professor Ulrich Jautz sprach am Freitag von einem „Wow-Effekt!“ Seit 2014 hatten er und seine Mitstreiter aus der Präzisionstechnikindustrie um das Projekt gekämpft, das jetzt im Sommer mit Leben erfüllt wird. Ein Millionenzuschuss aus dem Fördertopf des Landeswettbewerbs RegioWin machte den Bau des Zentrums für Präzisionstechnik (ZPT) erst möglich.

Beinahe hätte die angespannte Finanzlage der Goldstadt und ein Veto des Regierungspräsidiums Karlsruhe die Umsetzung verhindert, denn an die großzügige Förderung sind eben auch beträchtliche Eigenmittel für Bau und Betrieb des Zentrums gekoppelt (die PZ berichtete). Auch im Pforzheimer Gemeinderat und den entscheidenden Gremien des Enzkreises mussten einige Hürden genommen werden. Doch schließlich wurde das regionale Zukunftsprojekt quasi in letzter Sekunde vor Auslaufen der Förderzusage auf den Weg gebracht.

Besonderer Moment

Die Unterzeichnung der Mietverträge auf dem Campus der Hochschule sei deshalb ein besonderer Moment, sagte Jautz. Das ZPT passe ideal zur Strategie der Hochschule und wirke als Scharnier zwischen Wissenschaft und Industrie. Mit ihrer Unterschrift bekundeten die ersten Mieter ihr verbindliches Interesse an einem Engagement in den neuen Räumen. Industrienahe Forschung, Aus- und Weiterbildung stehen im Mittelpunkt.

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Das Zentrum für Präzisionstechnik (ZPT) wird aktuell fertiggestellt. Dort könnte in unmittelbarer Nähe zur Hochschule möglicherweise irgendwann auch das KI-Zentrum Nordschwarzwald unterkommen. Archivfoto: Moritz

Auch Professor Reinhard Rupp, Geschäftsführer der AHP- Akademie an der Hochschule Pforzheim gGmbH, will sich dafür einsetzen. Das AHP sei quasi das regionale Bermudadreieck der Weiterbildung mit den Standorten Nagold, Pforzheim und Freudenstadt und biete modulare Master-Ausbildungen an.

Verkehrsgünstiger Standort

Seine Aktivitäten im ZPT bündeln will auch Manuel Pérez Castillo, Geschäftsführer des Ausbildungszentrums für Technik (AzTe) aus Sternenfels. Die Schulungen und Fortbildungsmaßnahmen werden im Auftrag von 150 regionalen Kunden organisiert. „Das ZPT hat einen verkehrsgünstigen Standort.“ Gerade kleine und mittlere Unternehmen sollen dort mit maßgeschneiderten Angeboten für die Aus- und Weiterbildung unterstützt werden.

Dr.-Ing. Andreas Baum, Geschäftsführer der MetShape GmbH, ist ein Kind der Hochschule Pforzheim. Nach dem Maschinenbaustudium war er im Bereich Fertigungstechnik tätig, bevor er sich selbstständig machte. Das StartUp hat sich auf Metall-3-D-Druck spezialisiert und beschäftigt bereits vier Mitarbeiter. Diesem Beispiel sollen viele Absolventen der Hochschule folgen, hofft Rektor Jautz.

Nach Höhen und Tiefen

Quasi als Bauherr zog Oliver Reitz vom Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim eine zufriedenstellende Bilanz: Nach allen Höhen und Tiefen im mehrjährigen Planungsprozess könne man ein funktionales Schmuckstück präsentieren. Die knapp 3000 Quadratmeter des Präzisionstechnik-Zentrums böten ideale Voraussetzungen auch für Gründer. Das ZPT sei eine Plattform für Innovationen und Qualifizierung. Die Ausstattung sei hochwertig und flexibel nutzbar.

Es stehe unmittelbar vor der Inbetriebnahme und werde mit 10,6 Millionen Euro abgerechnet wie im Januar 2015 beim Förderbescheid für das Leuchtturmprojekt im RegioWin-Verfahren zugesagt. Mit dieser Einrichtung, die überregionale Ausstrahlung habe, solle die Region als Zentrum der Präzisionstechnikindustrie gestärkt werden, sagte Reitz. So schaffe man eine industrienahe Anlaufstelle zur Steigerung der Innovationsfähigkeit und zum Ausbau des Technologietransfers. Existenzgründer, Forschung und Entwicklung, aber auch Ausbildung und Lehre werden noch im Laufe des Sommers direkt neben der Hochschule einen Raum finden.

Lothar Neff

Lothar Neff

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