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07.05.2008

Volksbank Pforzheim: Unbelastet von faulen Krediten

„Wir setzen auf gesundes Wachstum, vermeiden aber risikoreiche Anlagen wie die sogenannten Subprimes“, versicherte Bossert. Der wachsende Wettbewerbsdruck, sinkende Zinsmargen und höhere Refinanzierungskosten belasten jedoch auch bei der Volksbank Pforzheim das gute Ergebnis. Immerhin wurden die Verwaltungs-und Risikokosten deutlich reduziert.

Der aktuellen Vertrauenskrise unter den Banken traten Vorstand und Aufsichtsrat selbstbewusst entgegen. Vertrauen werde bei der Volksbank Pforzheim seit mittlerweile 140 Jahren groß geschrieben. Daher legt Vorstandschef Rainer Kunadt auch großen Wert darauf, dass seine Bank im Zusammenhang mit der US-Hypotheken-Krise nicht mit anderen Geldinstituten in einen Topf geworfen wird. Das Geschäft der Volksbank sei gänzlich unbelastete von faulen Krediten („Subprime“-Risiken), versicherte Kunadt.
Übermäßiges und allzu leichtfertiges Renditestreben einzelner Marktteilnehmer schlage jetzt in Form enormer Abschreibungen zu Buche, die so manches Haus nicht mehr aus eigener Kraft stemmen könne, erläuterte Kunadt. Er machte deutlich, dass die Volksbank Pforzheim als regional agierendes genossenschaftliches Institut in erster Linie dem Wohl ihrer Mitglieder und Kunden verpflichtet sei. „Seit jeher stehen wir mit den Menschen und mittelständischen Unternehmen aus Pforzheim und der Region in offener und partnerschaftlicher Verbundenheit.“

Diese rein regionale Ausrichtung bilde neben der persönlichen Beziehung zu den eigenen Kunden zugleich die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg einer Genossenschaftsbank. Die Chance Geld zu verdienen habe laut Kunadt mancherorts offenbar zu Risikoblindheit geführt. Was in der Vergangenheit noch für volle Kassen gesorgt habe, räche sich nun in Form von Milliardenverlusten. „Von den glänzenden Bilanzen und Quartalsberichten dieser Banken ist heute nichts mehr übrig.“
Zufrieden zeigt sich die Volksbank Pforzheim dagegen mit ihrer eigenen Entwicklung im Geschäftsjahr 2007. Die Bilanzsumme stieg um 4,4 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Das Kreditgeschäft nahm um 1,6 Prozent zu und erreichte rund 1,3 Milliarden Euro. Die betreuten Vermögensanlagen erhöhten sich auf knapp 2,3 Milliarden. Dies entspricht einer Steigerung von mehr als 156 Millionen Euro oder einer Zuwachsrate von über 7,4 Prozent.

Der Zinsüberschuss lag mit rund 39,3 Millionen Euro unter dem Vorjahresniveau. Ursachen hierfür seien laut Kunadt in erster Linie die stark veränderte Zinsstruktur sowie der anhaltende Margenverfall, bedingt durch einen harten Konditionswettbewerb unter den Banken. Ihr Provisionsergebnis konnte die Volksbank Pforzheim hingegen kräftig auf rund 17 Millionen Euro (plus 8,4 Prozent). Schwerpunkte bildeten dabei die private Altersvorsorge sowie die Erträge aus dem Wertpapiergeschäft.
Die Verwaltungsaufwendungen sanken um drei Prozent auf 44 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss 2007 beläuft sich auf rund 4,4 Millionen Euro. Die Vertreterversammlung beschloss erneut, hieraus eine Dividende von 5,1 Prozent an die Mitglieder auszuschütten. Das Eigenkapital der Volksbank Pforzheim stieg im Jahr 2007 auf 130 Millionen Euro. Mit einer daraus resultierenden Eigenkapitalquote von zwölf Prozent besitze die Volksbank Pforzheim ausreichenden Spielraum, um das Geschäftsvolumen weiter ausweiten zu können. Auch wenn die Zinserträge nicht in den Himmel wachsen.Mit gutem Image und positiven Entwicklungslinien aus 2007 zeigt sich die Volksbank Pforzheim auch für 2008 selbstbewusst und optimistisch. Nach zwei Jahren stellte sie sich erneut einer Kundenzufriedenheitsbefragung durch den TÜV Saarland.Mit einer Durchschnittsnote von 1,82 konnte das Institut sein gutes Gesamtergebnis von 2006 (1,92) sogar noch steigern und sich in allen 18 Kategorien weiter verbessern.Die Aufsichtsräte Gerhard Bossert (Vorsitzender), Jürgen A. Kusterer (stellvertretender Vorsitzender) und Martin Keppler wurden für weitere drei Jahre im Amt bestätigt.