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Fritz Schäfer, stellvertretender Vorstandschef der Volksbank Pforzheim. Foto: Ketterl
Fritz Schäfer, stellvertretender Vorstandschef der Volksbank Pforzheim. Foto: Ketterl
23.02.2018

Volksbank Pforzheim präsentiert glänzendes Ergebnis zum 150-jährigen Bestehen

Pforzheim. Die schönsten Geburtstagsgeschenke macht man sich ja oft selbst“, erklärt Jürgen Zachmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Pforzheim, am Freitag mit einem Augenzwinkern bei der Bilanzpressekonferenz. Passend zum 150. Geburtstag des Geldinstituts präsentiert der Vorstand ein kräftiges Wachstum des Kundenvolumens um fünf Prozent und eine – trotz Niedrigzinsen – robuste Ertragslage. Zum zweiten Mal in Folge sichert sich die Bank zudem den Titel „Beste Bank vor Ort“ in Deutschlands größtem Bankentest zum Thema Finanzanalyse für Privathaushalte.

„Das Wohl der Menschen in der Region liegt der Volksbank besonders am Herzen. Rund zwei Millionen Euro fließen deshalb in die Region zurück. Unter anderem sollen die Mitglieder erneut mit einer deutlich über dem Marktzins liegenden Dividende von vier Prozent am Erfolg beteiligt werden. Außerdem fließen im Jubiläumsjahr reichlich Spenden an kulturelle und gemeinnützige Institutionen. Selbst die eigenen kaufmännisch vorsichtigen Prognosen seien nochmals übertroffen worden, freut sich Fritz Schäfer, der zum Jahresende altersbedingt aus dem Vorstand der Volksbank ausscheidet.

Die immensen Herausforderungen des wirtschaftlichen Umfelds und die Dynamik in der sich verändernden Finanzwirtschaft bleiben derweil bestehen. Zachmann kritisiert die zunehmende Regulatorik, die sich oft zwischen Sinnhaftigkeit und Wahnsinn bewege. Zunächst mussten Ausweiskopien von Kunden aus Datenschutzgründen vernichtet werden, im Jahr darauf verlange das verschärfte Geldwäschegesetz, dass von jedem Kontoinhaber dessen persönliche Daten in der Bank archiviert werden müssen. Geänderte Kapitalanlagevorschriften hätten zum Jahreswechsel eine Papierflut ausgelöst. „Die Volksbank Pforzheim hatte dadurch zusätzliche 60.000 Euro Portokosten“, erläutert Zachmann. Ein führender Investmentfonds-Anbieter verschickte bundesweit 560 Tonnen an Post mit Kundeninformationen. Das geänderte europäische Regelwerk umfasse 20.000 Seiten.

Die Volksbank Pforzheim werde sich nicht aus der Fläche zurückziehen, auch wenn sich die Kommunikationskanäle im Digitalzeitalter verändert hätten. „22 Prozent sind klassische Filialkunden und 53 Prozent nutzen zwar die vielfältigen Online-Möglichkeiten, schätzen aber weiterhin den persönlichen Kontakt zu ihrem Bankberater.“ Lediglich 25 Prozent seien reine Onlinekunden. Die neue Volksbankfiliale in Neuenbürg auf der Wilhelmshöhe werde am 10. März eingeweiht – sie löst den Standort in der Innenstadt ab und steht Kunden für persönliche Beratung und einer modernen Schließfachanlage zur Verfügung.

Vorstandsmitglied René Baum verweist auf ausgezeichnete Vertriebsergebnisse. Dabei vertrauten immer mehr Menschen in der Region der Volksbank Pforzheim. Unter dem Strich habe man sogar 600 Kunden dazugewonnen.

Das betreute Kundenkreditvolumen stieg um 4,3 Prozent auf rund 1,75 Milliarden Euro und liegt damit deutlich über dem Vorjahr. Aufgrund des Niedrigzinsniveaus wurden im Privatkundengeschäft vor allem Immobilienfinanzierungen mit langer Zinsbindung nachgefragt. Aber auch im gewerblichen Bereich sorgt das gute konjunkturelle Umfeld für ein kräftiges Kreditwachstum. Insgesamt konnte die Bank mit neu zugesagten Krediten in Höhe von rund 291 Millionen Euro diverse Finanzierungsvorhaben unterstützen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hätten 88 Existenzgründer beim Schritt in die Selbstständigkeit auf die Expertise der Volksbank vertraut. Der schöpferische Ideenreichtum vor unserer Haustür ist für mich ein guter Beweis für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts“, so Baum.

Die Immobilienfinanzierungen wuchsen im vergangenen Jahr aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase um 6,75 Prozent. Mit knapp 100 Immobilienvermittlungen und einem Objektumsatz von 23,5 Millionen Euro konnte das gute Ergebnis des Vorjahres bestätigt werden. Das betreute Kundenanlagevolumen wurde trotz weiterhin schwieriger Ausgangslage um über 5,3 Prozent auf 3,13 Milliarden Euro ausgebaut.

Trotz starkem Wachstum im Kundengeschäft reduzierte sich die Bilanzsumme der Bank leicht auf 2,78 Milliarden Euro. Ursache dafür sei die planmäßige Verminderung des Eigengeschäfts mit Wertpapieren. Der Zinsüberschuss entwickelte sich angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase branchenüblich weiter rückläufig auf 45,1 Millionen Euro. Die Verwaltungsaufwendungen lagen mit 47,1 Millionen Euro erneut ein gutes Stück unter dem Vorjahr, wie Schäfer berichtete. „Zusammenfassend kann man damit sagen, dass wir unsere Kosten im Griff haben“, resümiert Schäfer. Das Eigenkapital erreichte 249 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung um 4,6 Prozent.