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Die Vorstandsriege der Volksbank Pforzheim mit Jürgen Zachmann, dem Aufsichtsratsvorsitzenden Gerhard Bossert, René Baum und Fritz Schäfer (von links).
Die Vorstandsriege der Volksbank Pforzheim mit Jürgen Zachmann, dem Aufsichtsratsvorsitzenden Gerhard Bossert, René Baum und Fritz Schäfer (von links).
18.05.2017

Volksbank Pforzheim stärkt Eigenkapital

Pforzheim. Mit deutlichen Steigerungen im Kundengeschäft und erneut gestärktem Eigenkapitalpolster präsentierte sich die Volksbank Pforzheim gestern selbstbewusst ihren Mitgliedervertretern im CongressCentrum Pforzheim. Was Fußball-Rekordmeister FC Bayern München nicht geschafft hat – ein Triple, also drei Titelgewinne in einer Saison – hat die größte regionale Genossenschaftsbank noch übertroffen: Bei insgesamt vier unabhängigen Kundenbewertungen und Verbrauchertests holte die Bank in den vergangenen zwölf Monaten mit Bestnoten den Titel und stellte damit eindrucksvoll die Qualität ihrer Beratung und eines überaus engagierten Teams unter Beweis, freut sich Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Bossert.

Auch die Mitglieder dürfen sich freuen: Sie erhalten erneut eine Dividende von vier Prozent. Auch was die Kundennähe angeht, kann die Volksbank Pforzheim punkten: Der Filialneubau in Neuenbürg auf der Wilhelmshöhe schreitet zügig voran. Ansonsten überwiegt die Vorfreude auf das Jubiläumsjahr 2018, in welchem das 150-jährige Bestehen des Traditionshauses gefeiert wird. Für das laufende Jahr rechnet Vorstandschef Jürgen Zachmann trotz wachsendem Kundengeschäft mit einem weiteren Rückgang des Zinsüberschusses von bis zu vier Millionen Euro. Die Schuld trage EZB-Chef Mario Draghi, der vor Jahren mit seiner Niedrigzins-Politik in eine Sackgasse gefahren sei, urteilte Aufsichtsratschef Bossert. Mit gravierenden Folgen für Sparer und Banken.

Was die Sondierungsgespräche mit der Volksbank Karlsruhe betrifft, sei man im vergangenen Jahr einvernehmlich zu dem Ergebnis gekommen, „den jeweiligen Aufsichtsräten zum jetzigen Zeitpunkt – trotz einiger Synergieeffekte – keine Aufnahme von Fusionsgesprächen zu empfehlen“, erläuterten Zachmann und Bossert den knapp 120 gewählten Vertretern. Die geführten Gespräche seien in einer frühen Phase durch Indiskretionen belastet worden. Beide Banken seien aber auch selbstständig bestens aufgestellt.

Die Volksbank Pforzheim werde, wie jeder Unternehmer dies tun würde, an der Verbesserung der Ertragssituation einerseits sowie an der Optimierung der Kostenstrukturen andererseits arbeiten. Gebühren für Barabhebungen seien kein Thema.

Veränderungsfähigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Gewinnfähigkeit seien die Voraussetzungen, um die Zukunft meistern zu können. Alle drei Erfolgsfaktoren erfülle die Volksbank Pforzheim und sei deshalb bestens gerüstet für die Zukunft. Der Beitrag der Genossenschaften für die Gesellschaft werde mittlerweile weltweit anerkannt. Die Unesco habe die genossenschaftliche Idee unlängst nicht ohne Grund als immaterielles Weltkulturerbe gewürdigt. Diese Auszeichnung unterstreiche eindrucksvoll die soziale und kulturelle Bedeutung der Genossenschaften, sagte Zachmann und ergänzt selbstbewusst: „Gerade in der Krise hat sich gezeigt, dass die Genossenschaftsbanken in Bezug auf Risiken, Geschäftsmodell, Nachhaltigkeit und moralisches Wertegerüst Vorbildfunktion ausüben.“ Auch zahlenmäßig seien Mitglieder und damit Teilhaber von Genossenschaften in Deutschland den Aktionären von Kapitalgesellschaften um ein Vielfaches überlegen.

Auch beim betreuten Kundenanlagevolumen hatte die Volksbank Pforzheim Erfreuliches zu berichten: Das Gesamtvolumen konnte um über acht Prozent auf fast drei Milliarden Euro gesteigert werden. Die Bilanzsumme erhöhte sich leicht auf 2,89 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Plus von 0,2 Prozent gegenüber 2015. Der Zinsüberschuss entwickelte sich angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase branchenüblich weiter rückläufig auf 47,1 Millionen Euro. Dies läge keineswegs an rückläufigem Kundengeschäft wie man an den Zahlen der betreuten Kundenvolumina erkennen könne, erläuterte Zachmann. Das Provisionsergebnis von 18,4 Millionen Euro liegt nach dem Rekordjahr 2015 ebenfalls leicht unter den Vorjahreswerten. Die Verwaltungsaufwendungen der Bank konnten weiter gesenkt werden und beliefen sich Ende 2016 auf 48,7 Millionen Euro. Außerdem stockt die Bank ihr Eigenkapital weiter auf, um die Risikotragfähigkeit weiter abzusichern. Der Bilanzgewinn beträgt 2,7 Millionen Euro.