nach oben
Ziehen eine gute Bilanz für das Jahr 2015: Die Volksbank-Vorstände René Baum, Fritz Schäfer und Jürgen Zachmann (von links).  Foto: Ketterl
Ziehen eine gute Bilanz für das Jahr 2015: Die Volksbank-Vorstände René Baum, Fritz Schäfer und Jürgen Zachmann (von links). Foto: Ketterl
26.02.2016

Volksbank Pforzheim steigert Bilanzsumme und Eigenkapital deutlich

Während viele Großbanken ihre Geschäfte zurückfahren, um mögliche Risiken abzubauen, hat die Volksbank Pforzheim ihre Bilanzsumme im Jahr 2015 um fast drei Prozent auf 2,88 Milliarden Euro gesteigert. „Wegen den extrem hohen Marktschwankungen sowie der Niedrigzinsen vertrauen immer mehr Anleger und Vermögende auf unsere Erfahrung und Kompetenz“, erklärt Vorstandsmitglied René Baum. Und die reicht immerhin bis ins Jahr 1868 zurück, wie Vorstandschef Jürgen Zachmann gestern bei der Bilanzpressekonferenz ausführte.

Damals wurde die Genossenschaftsbank als verlässlicher Partner für Mitglieder und Kunden in der Region gegründet. Deren Ziele, Pläne und Wünsche stünden traditionell im Mittelpunkt des täglichen Handelns. „Wir denken nicht in Quartalen, sondern nachhaltig in Generationen.“ So habe die Volksbank Pforzheim in den vergangenen zehn Jahren – Banken- und Finanzkrise zum Trotz – ihr Eigenkapital auf 229 Millionen Euro nahezu verdoppelt.

Zugelegt hätten im Vorjahr insbesondere das Immobilien- und das Wertpapiergeschäft. 116 Immobilien (Vorjahr 97) im Wert von 21 Millionen Euro (18) wurden vermarktet. In der Vermögensverwaltung konnte man 52 neue Mandate mit einem Volumen von rund 35 Millionen Euro hinzugewinnen. Das immer wichtiger werdende Provisionsergebnis konnte die Volksbank von 18,6 auf 18,9 Millionen Euro verbessern. Um dem veränderten Kundenbedarf in einer zunehmend digitalisierten Welt gerecht zu werden, wird das Filialnetz konsequent angepasst. So wird im Sommer – wie im Vorjahr angekündigt – die frühere Raiffeisenbank-Filiale in Ottenhausen geschlossen.

„Auf einen persönlichen Kundenkontakt kommen 500 Online-Kontakte oder Geschäfte am Geldautomaten“, erläuterte der stellvertretende Vorstandvorsitzende Fritz Schäfer. „Omnikanal Banking“ lautet das Zauberwort, um immer und überall Bankgeschäfte erledigen zu können. Im Gegenzug würden die Öffnungszeiten der 48 Filialen an die Kundenfrequenz angepasst. Unter dem Strich wurden im Vorjahr 600 Neukunden gewonnen. Die Mitglieder sollen erneut mit einer weit über dem Marktzins liegenden Dividende von vier Prozent am Erfolg der Genossenschaftsbank beteiligt werden, die immerhin wieder einen Gewinn von 2,8 Millionen Euro erwirtschaftete. Und das vor dem Hintergrund dramatisch sinkender Zinsüberschüsse – einer Haupteinnahmequelle der Banken.

Das betreute Kundenkreditvolumen der Volksbank Pforzheim belief sich zum Jahresende auf rund 1,6 Milliarden Euro und lag damit nahezu sieben Prozent im Plus. Damit erzielte die Bank das größte Kreditwachstum seit Jahren. Wesentliche Wachstumstreiber waren erneut das gewerblichen Kreditgeschäft mit regional ansässigen Unternehmen sowie private Baufinanzierungen, so dass insgesamt 356 Millionen Euro (plus 41 Prozent) neu zugesagt wurden. „Die heimische Wirtschaft und unsere Privatkunden haben Vertrauen in uns als ihren starken, verlässlichen und verantwortungsvollen Finanzpartner“, ergänzt Baum. Außerdem habe die Bank 79 Existenzgründer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleitet (Vorjahr 57).

Gegen Bargeld-Abschaffung

Zachmann beklagte die ungebremste Regulierungswut von EZB und Bankenaufsicht, was wiederum zu steigendem Verwaltungsaufwand führe. Mit 49,9 Millionen Euro lagen die Verwaltungsaufwendungen, dennoch beträchtlich unter dem Vorjahr (53,1 Millionen). Er wendet sich sowohl gegen eine geplante Abschaffung des Bargelds als auch gegen höhere Bankenabgaben. „Unsere Verbandsvorsorge ist völlig ausreichend.“ Der Volksbank-Chef wettert auch gegen die Niedrigzinspolitik, die letztlich auf dem Rücken der Sparer ausgetragen werde.