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Bleibt der Sitz der Volksbank Pforzheim auch künftig im VolksbankHaus?
Bleibt der Sitz der Volksbank Pforzheim auch künftig im VolksbankHaus? © Ketterl
21.11.2016

Volksbank überrascht mit Fusionsplänen - Pforzheim und Karlsruhe wollen sich zusammenschließen

Paukenschlag in der regionalen Bankenlandschaft: Die Volksbanken Pforzheim und Karlsruhe wollen fusionieren. Damit werden binnen weniger Wochen die zweiten Fusionspläne von Volksbanken in der Region Pforzheim/Enzkreis bekannt.

Ist die Fusion bereits beschlossene Sache?

Nein. Noch geht es nur um Sondierungsgespräche. Für diese müssen die Vorstände beider Banken grünes Licht von den Aufsichtsräten erhalten, was im Pforzheimer Fall schon geschehen ist und in Karlsruhe gestern Abend anstand. Informelle Gespräche laufen allerdings bereits seit mehr als einem halben Jahr. Warum erwägen die Banken einen Zusammenschluss?

Möglicherweise ist das eine Reaktion auf die Fusion von den Volksbanken Wilferdingen-Keltern, Stein-Eisingen sowie der Raiffeisenbank Bauschlott und der VR Bank im Enzkreis (Niefern/Neuhausen), die Anfang November bekannt gegeben worden war. Grundsätzlich gilt für die großen Institute in Pforzheim und Karlsruhe sicherlich dasselbe wie für die kleineren Konkurrenten: Spätestens seit der Finanzkrise 2008 gelten größere Einheiten als schlagkräftiger. Warum fusioniert die Voba Pforzheim nicht mit der neuen Enzkreis-Volksbank?

Tatsächlich läge das aufgrund der räumlichen Nähe auf der Hand. Und laut dem Aufsichtsratsvorsitzenden Gerhard Bossert hat man sich von Pforzheimer Seite durchaus darum bemüht. „Aber es kam nicht zustande.“

Umfrage

Die Volksbanken Pforzheim und Karlsruhe wollen fusionieren. Ist das sinnvoll?

Ja 37%
Nein 41%
Weiß nicht 22%
Stimmen gesamt 804

Wie geht es nun weiter?

Das Ergebnis der Verhandlungen wird der Vertreterversammlung vorgelegt. Diese hat das letzte Wort: Nur wenn jeweils mindestens 75 Prozent der Vertreter zustimmen, kann die Fusion laut Genossenschaftsrecht stattfinden. Dass das kein Selbstläufer ist, zeigt die Volksbank Bauschlott, wo sich 2014 insgesamt 63 Prozent der Mitglieder gegen ein Zusammengehen mit der Volksbank Stein-Eisingen aussprachen. Allerdings werden in Pforzheim und Karlsruhe nicht alle der insgesamt 95 000 Mitglieder befragt, sondern nur die gewählten Vertreter.

Wo wäre der Hauptsitz der neuen, vereinten Volksbank?

Das ist noch völlig offen. Allerdings ist die Volksbank Pforzheim etwas größer als die Schwester in Karlsruhe. Das würde für Pforzheim sprechen.

Was sagen die Mitarbeiter?

Die wurden gestern von einer Rundmail kalt erwischt. „Dass es so kommt, war klar“, sagt ein Volksbänker aus Pforzheim. „Dass es so schnell geht, hat uns aber überrascht. Mehr lesen Sie am Dienstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

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