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Nach über drei Jahrzehnten im Aufsichtsrat der Volksbank Pforzheim wurde der Unternehmer Jürgen A. Kusterer (rechts) verabschiedet. Zu seinem Nachfolger wurde Birkenfelds Bürgermeister Martin Steiner gewählt.
Nach über drei Jahrzehnten im Aufsichtsrat der Volksbank Pforzheim wurde der Unternehmer Jürgen A. Kusterer (rechts) verabschiedet. Zu seinem Nachfolger wurde Birkenfelds Bürgermeister Martin Steiner gewählt.
Die Volksbank-Vorstände (von links): René Baum, Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Bossert, das neue Maskottchen TeilhaBÄR, Fritz Schäfer und Jürgen Zachmann (Vorsitzender).  Ketterl
Die Volksbank-Vorstände (von links): René Baum, Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Bossert, das neue Maskottchen TeilhaBÄR, Fritz Schäfer und Jürgen Zachmann (Vorsitzender). Ketterl
13.05.2016

Volksbank zahlt vier Prozent Dividende

Die Volksbank Pforzheim habe in schwierigen Zeiten ihre Hausaufgaben gemacht, versicherte Vorstandsvorsitzender Jürgen Zachmann gestern bei der Vertreterversammlung im CongressCentrum. In weiterhin unsicheren Zeiten bleibe nur ein Unsicherheitsfaktor: EZB-Chef Mario Draghi. Wegen seiner Nullzinspolitik ist der gelernte Investmentbanker zum Feindbild deutscher Sparer geworden.

Und auch die Kreditinstitute haben ihre liebe Not in Zeiten anhaltender Niedrigzinsen überhaupt noch Geld zu verdienen. Dazu kämen steigende Bürokratiekosten für die Bankenaufsicht und eine sich weiter verflachende Zinsstrukturkurve, erläuterte Zachmann. Deshalb erwartet die Volksbank Pforzheim in den kommenden Jahren weitere Rückgänge beim Zinsüberschuss – neben den Provisionserlösen die wichtigste Einnahmequelle. Trotzdem zahlt die größte regionale Genossenschaftsbank ihren Teilhabern für das Jahr 2015 erneut eine Dividende von vier Prozent. Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Bossert ging auf die überzogene Geldschwemme der Europäischen Zentralbank ein, die zu einem Verdorren der Zinslandschaft geführt habe. „Wir brauchen das Helikoptergeld von Herrn Draghi nicht.“

Dank der konsequenten Ausrichtung am Kundenbedarf sieht sich die Volksbank trotz allem gut aufgestellt, um im harten Wettbewerb dauerhaft bestehen zu können. Negativzinsen auf Kapitaleinlagen seien im normalen Tagesgeschäft nach wie vor kein Thema, versicherte Zachmann. Die Null stehe schon beim Tagesgeld. „500 zu eins“ – dies ist nach Erhebungen der Fiducia & GAD IT AG, der genossenschaftlichen Rechenzentrale, die Relation, in der Bankkunden heute in Kontakt zu ihrer Hausbank treten. „Es gibt in Deutschland doppelt so viele Bankfilialen wie Tankstellen“, ergänzte Zachmann. „Trotzdem gibt es keinen Engpass bei der Spritversorgung.“ Einer persönlichen Beratung in der Filiale pro Jahr stehen 500 alternative Kontakte gegenüber, die telefonisch, am Automaten, am PC, an Tablet oder Smartphone stattfinden. Was die Filialen der Volksbank Pforzheim anbelange, sei es gelungen, durch Analysen der Kundenbedürfnisse und Kostenstrukturen vor Ort eine Schließungswelle abzuwenden. Bereits bekannte Ausnahme ist die Filiale in Ottenhausen, die zur Jahresmitte schließt. Weitere Veränderungen seien jedoch in Bezug auf die Öffnungs- und Beratungszeiten und den Umbau einiger Standorte – wie jüngst in Ölbronn – zu Selbstbedienungsfilialen erforderlich.

Mit Bezug auf die Anforderungen der Bankenaufsicht an die Eigenmittel von Kreditinstituten hat die Bank aus dem Ergebnis 2015 erneut ihr Eigenkapital gestärkt und auf mittlerweile 229 Mio. Euro ausgeweitet. Dies entspricht einer Steigerung von 3,4 Prozent gegenüber 2014. Der Bilanzgewinn lag mit rund 2,6 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Das betreute Kundenkreditvolumen der Volksbank Pforzheim belief sich zum Jahresende auf rund 1,6 Milliarden Euro (plus 6,7 Prozent). Die anhaltende Kreditnachfrage aus der regionalen Wirtschaft trug dazu ebenso bei wie private Baufinanzierungen. Aus den positiven Entwicklungen im Kundengeschäft heraus konnte die Bank ihre Bilanzsumme um 2,8 Prozent auf 2,88 Milliarden Euro steigern. Auch im Bereich der Existenzgründungen wirkte sich das konjunkturelle Umfeld positiv aus, so dass die Volksbank Pforzheim im Vorjahr 79 junge Unternehmensstarts begleiten konnte – 22 mehr als im Vorjahr.