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Die Volksbank-Vorstände (von links) René Baum, Fritz Schäfer und Jürgen Zachmann (Vorsitzender) suchten das Gespräch mit PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer, Thomas Satinsky (Geschäftsführender Verleger), Chefredakteur Magnus Schlecht und Wirtschaftsredakteur Lothar Neff. Foto: Seibel
Die Volksbank-Vorstände (von links) René Baum, Fritz Schäfer und Jürgen Zachmann (Vorsitzender) suchten das Gespräch mit PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer, Thomas Satinsky (Geschäftsführender Verleger), Chefredakteur Magnus Schlecht und Wirtschaftsredakteur Lothar Neff. Foto: Seibel
09.12.2016

Volksbank-Fusion: „Regionale Identität bleibt gewahrt“

Pforzheim/Karlsruhe. Die Gespräche mit der Volksbank Karlsruhe über eine angestrebte Fusion sind auf einem guten Weg, versicherten die Vorstandsmitglieder der Volksbank Pforzheim bei einem Gespräch in den Räumen der „Pforzheimer Zeitung“. Auch wenn der Ausgang des intensiven Gesprächsprozesses letztlich noch offen sei, wie Vorstandschef Jürgen Zachmann nicht müde wird zu betonen. Bis April kommenden Jahres soll ein Ergebnis vorliegen, ob eine Fusion überhaupt Sinn macht.

Am Mittwochabend hatten die drei Vorstände über 120 Vertreter, die die Interessen der Mitglieder der genossenschaftlichen Bank wahrnehmen, über den Stand der Sondierungsgespräche informiert. „Die Reaktion war positiv“, fasste Vorstandschef Zachmann das Ergebnis der knapp zweistündigen Versammlung im Pforzheimer VolksbankHaus zusammen. Einige Bedenken aus den Reihen der Vertreter konnten demnach ausgeräumt werden, gerade was die künftige Ausrichtung einer fusionierten Volksbank angeht. „Wichtig ist der Erhalt der regionalen Identität“, sagte Zachmann. Das gelte sowohl für Pforzheim als auch Karlsruhe.

Und es werde keine fusionsbedingten Kündigungen geben. Beide Banken stünden derzeit gut da und verzeichneten Wachstum. Zachmann versicherte den Vertretern, dass noch nichts festgelegt sei, auch nicht, wo der Sitz einer fusionierten Bank sein wird.

Was die regionale Identität angeht, verwiesen die Vorstandsmitglieder darauf, dass schon jetzt ein Großteil des Geschäfts gar nicht in der Stadt Pforzheim gemacht werde, sondern in den Außenstellen wie Bad Wildbad oder Mühlacker.

Was die Pannen bei der Kommunikation der geplanten Fusion angeht, sieht man keinerlei Defizite im Umgang mit den Mitarbeitern. Sie seien zum frühestmöglichen Zeitpunkt eingebunden worden. Schließlich seien es auch die Führungskräfte der zweiten Ebene, die das neue Konstrukt mit Leben erfüllen müssten. Aus Kundensicht bleibe in Pforzheim alles so, wie es heute ist – auch die Berater.

„Wir sind alle bei der Volksbank Pforzheim groß geworden“, betonte Vorstandsmitglied René Baum, der seit 1981 in der Goldstadt tätig ist. Sein Vorstandschef Jürgen Zachmann ist seit 38 Jahren bei der Bank tätig und Fritz Schäfer bringt es auf 44 Jahre Dienstjahre. Er wird Ende 2018 ausscheiden. Damit wird auch der neue Vorstand nach der Fusion ein Mitglied weniger haben.

Gegenüber der PZ wiesen die Pforzheimer Volksbänker den Vorwurf zurück, man habe bei der möglichen Integration von Genossenschaftsbanken im Enzkreis nicht engagiert genug gearbeitet. „Mehr als wir gemacht haben, kann man nicht tun“, sagte Fritz Schäfer dazu. Man habe sogar Hilfestellung in Problemfällen geleistet, indem man eigene Experten dorthin geschickt habe.

Was die Fusion mit Karlsruhe angeht, sei vieles noch in der Schwebe, bestätigte ein Vertreter aus dem Enzkreis gegenüber der PZ. „Bei dem Treffen haben wir im Prinzip nichts Neues erfahren.“ Vermutlich werde im Moment „um Aufsichtsratsposten gepokert und um den Sitz der neuen Bank geschachert“. Sollte es künftig einen Hauptsitz geben, müsse das Pforzheim sein, schließlich sei die Pforzheimer Bank größer als die in Karlsruhe. Außerdem rechnet der Vertreter auf jeden Fall mit personellen Einschnitten. Er habe aber keine Sorge, dass die Region abgehängt werde. „Das kann sich die Bank doch überhaupt nicht erlauben.“ Ein anderer Vertreter ist nach der Veranstaltung nicht viel schlauer. Für ihn entscheidend sei aber, dass der Sitz der Bank und des Vorstands nicht Karlsruhe sein könne, weil Pforzheim in der Vergangenheit schon zu viel weggenommen worden sei. „Das wäre psychologisch sehr schlecht.“