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Fit in der digitalen Banking-Welt: Jürgen Zachmann.Foto: Meyer
Fit in der digitalen Banking-Welt: Jürgen Zachmann.Foto: Meyer
12.06.2018

Volksbank-Vorstandsvorsitzender Zachmann: „Digitalisierung stiftet großen Nutzen“

Pforzheim. Die Digitalisierung revolutioniert alles – auch die Bankenwelt. Wie sich das auf ein regionales Geldinstitut wie die Volksbank Pforzheim im Alltag mit den Kunden auswirkt, erklärt deren Vorstandsvorsitzender Jürgen Zachmann. Außerdem verrät der 59-Jährige, was auf der Digitalmesse im Pforzheimer VolksbankHaus am kommenden Freitag und Samstag zu erwarten ist.

PZ: Wann haben Sie das letzte Mal einen Überweisungsschein von Hand ausgefüllt?

Jürgen Zachmann: Seit Mitte/Ende der 90er-Jahre benutze ich das Online Banking. Somit war ich ein Nutzer der ersten Stunde.

PZ: Ist für eine Bank die Digitalisierung mehr Fluch oder Segen?

Jürgen Zachmann: Die Digitalisierung stiftet im Bankalltag einen großen Nutzen. Der Kunde kann mit der Volksbank Pforzheim rund um die Uhr und das an sieben Tagen in Kontakt treten, egal, an welchem Ort auf der Welt er sich befindet. Durch die Digitalisierung können wir auch intern in allen Unternehmensbereichen Effizienzsteigerungen erzielen. Und dadurch haben sich die Aufgabenanforderungen an den einzelnen Mitarbeiter verändert. Wir merken, dass sich unsere Mitarbeiter diesen Veränderungen positiv stellen. Damit wir als Bank immer auf dem neusten Stand sind und schnell auf Kundenbedürfnisse reagieren können, bedarf es auch einer gewissen Investitionsbereitschaft. Dies haben wir aber auch in der Vergangenheit schon immer bewiesen. Nur so können wir auf eine 150-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken.

PZ: Sie bieten mittlerweile alles digital an – vom einfachen Online Banking über die digitale Geldanlage bis hin zum papierlosen Versicherungs- und Bausparmanagement. Wozu braucht es da noch den klassischen Bankberater?

Jürgen Zachmann: Sicherlich kann der Kunde heute schon sehr viel online erledigen. Von der Information bis zum Produktabschluss. Eine aktuelle Studie belegt aber, dass derzeit nur etwa fünf Prozent und künftig rund 15 Prozent der Bankkunden reines Online Banking wünschen. Der Großteil der Kunden wünscht aber neben dem Onlineangebot auch in Zukunft eine persönliche Beratung. Gerade wenn es um die Themen Altersvorsorge, Immobilienfinanzierungen und Vermögenstrukturierung geht. Gerade hier haben wir als regionales Geldinstitut unsere große Stärke, was auch unsere zahlreichen Testsiege deutlich machen.

PZ: Was entgegnen Sie Kunden, die sich Sorgen machen um die Sicherheit beim Online Banking und deshalb ihre Bankgeschäfte noch ganz klassisch abwickeln wollen?

Jürgen Zachmann: Die Sicherheit beim Online Banking spielt für uns eine sehr wichtige Rolle. Daher bieten wir hier mit unseren Verbundpartnern auch immer den neusten Sicherheitsstandard an. Zudem haben wir hierzu zahlreiche Unterstützungsleistungen in unserem Angebot – zum Beispiel VR-Computercheck, Phishingmeldungen, TAN-Verfahren. Wichtig dabei ist, dass sich Kunden an die Sicherheitsempfehlungen halten.

PZ: Die Digitalisierung im Bankwesen führt dazu, dass es immer weniger Kundenkontakt gibt in der Bank, besonders in den Filialen auf dem Land. Wie reagiert die Volksbank Pforzheim darauf?

Jürgen Zachmann: Die Volksbank Pforzheim hat nach wie vor ein sehr ausgeprägtes Filialnetz im Geschäftsgebiet. Wir überlassen es unseren Kunden, wie sie mit uns in Kontakt treten wollen. In den letzten Jahren haben wir auch Filialen mit terminierter Beratung eingeführt. In Neuenbürg haben wir sogar im Frühjahr eine neue Filiale eröffnet. Auch investieren wir in das bestehende Filialnetz. Im Laufe des Jahres werden wir diese mit W-Lan ausstatten. Damit schaffen wir eine Verbindung zwischen Offline und Online. Unsere Berater kommen aber auch zum Kunden nach Hause und beraten dort. Dies zeigt, dass wir uns voll und ganz nach den Bedürfnissen des Kunden ausrichten. Wir können dem Kunden sowohl persönliches als auch digitales Banking auf hohem Niveau anbieten.

PZ: Alles redet von Industrie 4.0 und künstlicher Intelligenz. Wie wird die Bank 4.0 aussehen?

Jürgen Zachmann: Spannend wird es sicherlich in der Zukunft sein, wie sich die Themen Robo Advicer (also ein robotergesteuerter Finanzberater), Sprachsteuerung, mobiles Bezahlen mit digitalen Karten oder auch Blockchain entwickeln und vom Kunden angenommen werden. Wir und unsere Verbundpartner behalten auch hier immer die aktuellsten Entwicklungen und Trends im Auge.

PZ: Die Volksbank veranstaltet eine Digitalmesse. Das gehört nicht gerade zu ihrem Kerngeschäft. Warum machen Sie das und was erwartet die Besucher?

Jürgen Zachmann: Wir haben in vielen Gesprächen und Terminen festgestellt, dass unsere Kunden oft noch nicht über unser umfangreiches und kompetentes Digitalisierungsangebot informiert sind beziehungsweise es kennen. Daher möchten wir mit der Digitalisierungsmesse unseren Kunden und Besuchern die Möglichkeit geben, sich über die aktuellsten digitalen Angebote persönlich Vorort zu informieren. Gleichzeitig soll es aber auch zeigen, dass wir als regionale Bank die digitale Kompetenz beim Banking haben.

PZ: Sie bieten auch Angebote für Jugendliche an. Was kann die Volksbank jungen Leuten im Bereich Smartphone und digitale Welt noch erklären, was sie nicht eh schon längst wüssten?

Jürgen Zachmann: Erfahrungen haben uns gezeigt, dass gerade jüngere Kunden bei der Nutzung digitaler Bankingangebote noch sehr zurückhaltend sind. Dabei haben wir mit der VR Bankingapp und der Funktion Kwitt (Geld senden und anfordern) eine absolut zeitgemäße Möglichkeit, Geldbeträge (bis 25 Euro) schnell und bequem zu transferieren. Weiterhin sehen wir es als unseren gesellschaftlichen Auftrag, die Jugendlichen auf ihrem Weg in eine zunehmend digitale Welt zu begleiten und sie auf einen verantwortungsvollen Umgang vorzubereiten.

Infos zur Digitalmesse der Volksbank Pforzheim

Fragen zum Online Banking und zu den Folgen der Digitalisierung für Bankkunden werden auf der Digitalmesse der Volksbank Pforzheim von Experten beantwortet. Darüber hinaus stellen regionale Firmen wie Meyle+Müller, Omikron sowie die „Pforzheimer Zeitung“ und deren Start-Up-Unternehmen „Newmediamix“ ihre Digitalstrategie und neue Produkte vor. Besonders für junge Interessenten gibt es auch Vorträge über Soziale Medien und die Nutzung von Smartphones.

Die Messe findet im VolksbankHaus am kommenden Freitag von 10 bis 18.30 Uhr und am Samstag von 9.30 bis 14 Uhr statt.