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11.11.2015

Volkswagen muss jetzt liefern

Brüssel. Im Abgasskandal wächst der politische Druck auf Volkswagen. Die EU-Kommission setzte dem Autobauer eine Frist von zehn Tagen, um genaue Daten zu den falschen Angaben beim Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) zu bekommen.

VW soll demnach erklären, welche und wie viele Modelle von den Unregelmäßigkeiten betroffen sind, und um wie viel die CO2-Werte abweichen. Das sagte eine Sprecherin der Kommission gestern in Brüssel.

VW drohen wegen der zu hohen CO2-Werte Geldbußen. „Bevor wir Strafen aussprechen, wollen wir sehen, was Volkswagen sagt“, sagte die Kommissionssprecherin. EU-Regeln setzen für die Neuwagenflotten der Hersteller Obergrenzen für den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) fest. Werden diese überschritten, drohen Strafen. CO2 ist für Menschen zunächst unschädlich, gilt aber als Treibhausgas. Die Reduzierung ist daher politisches Ziel.

EU-Klima- und Energiekommissar Miguel Arias Cañete richtete sich mit seinem Brief direkt an VW-Konzernchef Matthias Müller. Cañete habe um eine Antwort innerhalb von zehn Tagen gebeten, hieß es. Ein VW-Konzernsprecher sicherte zu: „Volkswagen wird nach interner Untersuchung die Anfrage beantworten.“ Ob VW die CO2-Flottengrenze überschreiten würde, wenn die CO2-Werte für Autos neu ausgewiesen werden müssen, ist schwer abzuschätzen. VW hat bislang keine Angaben zur Höhe der Überschreitungen gemacht. „Nach heutigem Stand wird Volkswagen die seitens der EU vorgeschriebenen Grenzwerte in 2015 erreichen“, hatte der Konzern in der vergangenen Woche auf Anfrage mitgeteilt.

Flottenwert erreicht

Bereits im vergangenen Jahr lag der Flottenwert nach VW-Angaben zudem mit 126 Gramm pro Kilometer unter den 130 Gramm, die ab 2015 gefordert werden. Außerdem ist nicht klar, wie viele der 800 000 möglicherweise betroffenen Autos überhaupt in Europa verkauft wurden. Insgesamt hat der Konzern im vergangenen Jahr rund 4,4 Millionen Fahrzeuge in Europa verkauft. Der Abgas-Skandal um die per Software geschönten Stickoxid-Werte betrifft europaweit 8,5 Millionen Autos mit dem Dieselmotor EA189, den es mit 1,2 sowie 1,6 und zwei Litern gibt.