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Parlamentarischer Staatssekretär Steffen Bilger (CDU) sprach beim Dialog Dollenberg über die Relevanz von alternativen Antriebstechniken für die Region. Foto: Fiegel
Parlamentarischer Staatssekretär Steffen Bilger (CDU) sprach beim Dialog Dollenberg über die Relevanz von alternativen Antriebstechniken für die Region. Foto: Fiegel
03.05.2019

Vorfahrt für die Brennstoffzelle - Verkehrsstaatssekretär warnt, nur auf E-Mobilität zu setzen

Bad Peterstal-Griesbach. Ist der Diesel noch zu retten? Der Software-Betrug der Automobilindustrie hat dem Image des Selbstzünders schweren Schaden zugefügt. Ob der Diesel insbesondere bei den Personenwagen eine Überlebenschance hat, das wird sich erst noch zeigen müssen. Derweil orientieren sich die Konzerne um, forcieren ihre Anstrengung bei der Entwicklung alternativer Antriebssysteme.

VW setzt dabei voll auf die Karte E-Mobilität und begründet dies mit der Entwicklung auf dem chinesischen Markt – was indes beim Bundesverkehrsministerium auf Verwunderung und Kopfschütteln stößt. „Es wäre gefährlich, nur auf E-Mobilität zu setzten, gerade für das Autoland Deutschland“, sagt der CDU-Politiker Steffen Bilger beim jüngsten Dialog Dollenberg. Und der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur fügt hinzu: „Wir sind technologieoffen.“ Soll heißen: Das von Andreas Scheuer (CSU) geführte Ministerium setzt auf einen Mix. „Wir wollen alle alternativen Antriebstechniken entwickeln“, unterstreicht der 40-jährige Ludwigsburger. Und dazu gehöre neben dem klassischen Verbrennungsmotor und der E-Mobilität ebenso Wasserstoff – nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund, dass China bis 2030 eine Million Wasserstofffahrzeuge auf die Straße bringen möchte.

In Deutschland gebe es mittlerweile 60 Wasserstofftankstellen. Eine Zahl, die laut Bilger sukzessive auf 400 erhöht werden soll, was dann einer „flächendeckenden Infrastruktur“ auf diesem Gebiet entspricht. Bilger bedauert vor den zahlreichen badischen Mittelständlern im Hotel Dollenberg, dass auf europäischer Ebene der Rückhalt bei der Entwicklung dieser Technologie einschließlich dem „grünen Wasserstoff aus Windkraft“ fehle. Brüssel setze zu viel nur auf die E-Mobilität, übt er deutlich Kritik.

Potenzial für die Brennstoffzelle als Energieträger für Wasserstoff sieht er auch auf dem Lkw-Sektor, der noch immer vom Dieselantrieb dominiert wird. Lediglich 12 000 Lastwagen würden elektrisch angetrieben, ein paar mit Gas, sagt Bilger. Ähnlich sehe es bei Bussen aus. Viel zu tun gebe es auch bei Flugzeugen, Schiffen und Zügen, wobei in Deutschland mittlerweile bereits umweltfreundliche Wasserstoffzüge unterwegs seien.

„Wir wollen Mobilität ermöglichen.“ Und: „Individualmobilität muss erhalten bleiben“, gibt Bilger das Credo des Verkehrsministeriums wieder. Zugleich verweist er auf Studien, wonach Mobilität zunehmen werde. Das gelte für den Schwerlastbereich „ganz massiv“, der zwischen 2010 und 2030 um 38 Prozent wachse, so die Prognosen. Für den Personenverkehr gehe der Bundesverkehrswegeplan von zwölf Prozent aus.

Mit Blick auf Baden-Württembergs Autobauer zeigt sich Bilger zuversichtlich, dass sie im globalen Wettbewerb um die alternativen Antriebstechniken mithalten können, zumal es einerseits „so viele gute Ansätze“ bei den Zulieferern, bei den Hochschulen und den Herstellern gebe. Andererseits werde der Weltmarkt für Autos immer größer. Ergo: Die Ausgangsvoraussetzungen seien gut. Und dabei können sich die Konzerne der Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums sicher sein, versichert Bilger.

Faelchle
11.05.2019
Vorfahrt für die Brennstoffzelle - Verkehrsstaatssekretär warnt, nur auf E-Mobilität zu setzen

Das beruhigt mich aberr, dass es doch noch Politiker gibt, die vorausschauend denken. Auch Entwicklungsminister Müller hast sich in diese Richtung geäußert und sieht diese einseitige Entwicklung des Batterieantriebes sehr kritisch. mehr...

dasbinichnicht
11.05.2019
Vorfahrt für die Brennstoffzelle - Verkehrsstaatssekretär warnt, nur auf E-Mobilität zu setzen

auch ein Brennstoffzellenauto fährt elektrisch....aber es fährt keine 500 kg Lithium-Batterie spazieren.... mehr...

Faelchle
12.05.2019
Vorfahrt für die Brennstoffzelle - Verkehrsstaatssekretär warnt, nur auf E-Mobilität zu setzen

Es soll bald das WasserstoffFahrrad auf den Markt kommen. Da könnte man anstatt durch das imständliche Laden für die Brennstoffzellen-Batterien zukünftig das Nachfüllen von Treibstoff in wenigen Minuten durch die Wasserstofftankstellen für rbeides ermöglichen. mehr...