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Wohin die Deutsche Bahn fährt, das soll sich morgen entscheiden.
Wohin die Deutsche Bahn fährt, das soll sich morgen entscheiden. © Jan Woitas/dpa
15.12.2015

Vorstandschef der Bahn verabschiedet sich von ehrgeizigen Expansionsplänen

Die Deutsche Bahn soll wieder in allen Sparten profitabel werden. Auf dem Tisch des Aufsichtsrats liegt ein Sanierungsplan, der dieses Ziel verfolgt. Das Konzept enthält mindestens eine umstrittene Richtungsentscheidung.

Den Kunden der Deutschen Bahn verspricht das Konzept mehr Qualität und mehr Pünktlichkeit. Über das auf mehrere Jahre angelegte Programm „Zukunft Bahn“ befindet morgen der Aufsichtsrat des Staatskonzerns. Alle Geschäftsbereiche sollen möglichst bald wieder Gewinn abwerfen. Schon jetzt zeichnet sich ab: Vorstandschef Rüdiger Grube verabschiedet sich von ehrgeizigen Expansionsplänen. Im Schienengüterverkehr will das Unternehmen sogar schrumpfen.

Ausgangslage: Das 2012 ausgerufene Wachstumsziel, den Umsatz bis 2020 auf 70 Milliarden Euro zu verdoppeln, hat Grube zu Beginn dieses Jahres einkassiert. Auch mit der neuen Marke von 50 Milliarden Euro wird es wohl nichts. Aus dem Umfeld des Aufsichtsrats ist zu hören, dass die mittelfristige Planung noch einmal nach unten korrigiert wird.

Güterverkehr: Mit ihm verdient die Bahntochter DB Schenker Rail seit Jahren wenig oder gar kein Geld. Deshalb werden in diesem Jahr und 1,3 Milliarden Euro an Vermögenswerten abgeschrieben. Den Güterbahnen der europäischen Nachbarn geht es da nicht besser, auch sie fahren Defizite ein. Schenker Rail hat auch hausgemachte Probleme. Anders ist nicht erklären, dass sie in den vergangenen Jahren spürbar Marktanteile an die private Konkurrenz verloren hat. Jetzt plant die Bahn unbestätigten Presseberichten zufolge sogar, den Fuhrpark zu verkleinern und Stellen abzubauen.

Fernverkehr: Die Fahrgastzahlen im Fernverkehr gingen zuletzt leicht zurück. Die niedrigen Spritpreise haben das Autofahren wieder erschwinglicher gemacht. Auch die seit drei Jahren aufkommende Fernbus-Konkurrenz macht der Eisenbahn zu schaffen. Im Frühjahr hat die Bahn mit einem Konzept für den Fernverkehr reagiert. Nach und nach kommen neue Züge auf die Schiene. Es gibt mehr Sonderangebote und keine Preiserhöhung das zweite Jahr in Folge. Und in den nächsten Jahren werden mehr Städte per Intercity erreichbar sein. Das derzeit größte Problem: Eine miserable Pünktlichkeitsquote von unter 70 Prozent.

Regionalverkehr: Der Deutsche Bahn droht bei Ausschreibungen der Verlust von mehr und mehr Strecken. Anders als beim Fernverkehr vermisst die EVG für DB Regio ein tragfähiges Konzept des Bahn-Vorstands. Die Gewerkschaft lehnt es ab, dass bei der Streckenvergabe der Wettbewerb nur über die Personalkosten ausgetragen wird.