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Saubere Sache: Seniorchef Frank Sihn (links), Personalleiter Frank Melle (Dritter von links) und Thomas Behrendt (Geschäftsführer Wisi Communications) führten die Delegation mit Jochen Enke, Bürgermeisterin Birgit Förster und Landrat Bastian Rosenau (Dritter von rechts) durch die Firmenräume. Foto: Privat
Saubere Sache: Seniorchef Frank Sihn (links), Personalleiter Frank Melle (Dritter von links) und Thomas Behrendt (Geschäftsführer Wisi Communications) führten die Delegation mit Jochen Enke, Bürgermeisterin Birgit Förster und Landrat Bastian Rosenau (Dritter von rechts) durch die Firmenräume. Foto: Privat
15.02.2019

Vorzeige-Firmen im Enzkreis: Landrat informiert sich über Aktivitäten bei Wisi und Karl Klink

Niefern-Öschelbronn. Leidenschaftliche Chefs und leidenschaftliche Teams“ – so beschreibt Landrat Bastian Rosenau seine Begegnungen bei zwei Firmen in Niefern: den Traditionsbetrieben Wisi und Karl Klink. Begleitet wurde der Kreischef von Bürgermeisterin Birgit Förster, Professor Ulrich Jautz, Rektor der Hochschule Pforzheim, Jochen Protzer, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung (WFG) Nordschwarzwald, Sylvia Storzer vom Jobcenter und dem Wirtschaftsbeauftragten des Enzkreises, Jochen Enke.

Bei Karl Klink begrüßte der neue Geschäftsführer Uwe Rautzenberg die Gäste. Weltweit hat die Firma, die seit über 100 Jahren im Bereich Räumtechnik (spanabhebendes Verfahren zur Metallbearbeitung) tätig ist, heute 330 Mitarbeiter. „Räumtechnik ist noch immer eine Nischentechnologie“, sagte Rautzenberg. Inzwischen sei im Umland jedoch eine Ansammlung von verschiedenen Betrieben entstanden. „Wir bei Karl Klink bewegen uns im High-End-Bereich, unsere Produkte sind hochwertig, zuverlässig und weltweit vertrieben: Wir sind Qualitäts- und Innovationsführer.“

Das betonte auch Konstruktionsleiter Martin Leopold beim Rundgang durch die Produktionsräume. Stolz erklärte er, wie die neue Hubtisch-Maschine funktioniert („das Werkstück bewegt sich entlang der Maschine, nicht umgekehrt“) oder warum die elektro-mechanische Trockenräumung besonders umweltfreundlich sei („weil keine Schmierstoffe eingesetzt werden, die entsorgt werden müssen“). „Wir können praktisch alles entwickeln, was sich ein Kunde wünscht“, meinte Leopold – und fügte schmunzelnd hinzu: „Jedenfalls wenn er es bezahlt.“

Gewachsen sei Karl Klink mit der Automotive-Branche, die nach wie vor auch den Hauptabsatzmarkt darstelle, wie die Gäste erfuhren. Hier sieht sich die Firma, die ein Tochterunternehmen in Frankreich und eine Exportquote von weltweit 45 Prozent hat, vor großen Herausforderungen und Veränderungen.

Mit Antennen fing es an

Die hat man nebenan, bei der Firma Wisi, der zweiten Station der Delegation, bereits hinter sich: Der als Antennenbauer groß gewordene Betrieb büßte 1994 mit dem Ende des Kabelnetz-Ausbaus durch die Post 40 Prozent seines Umsatzes ein. „Mit der Erschließung neuer Geschäftsfelder konnten mein neu in die Firma eingetretener Sohn Axel und ich die Firma konsolidieren“, berichtete der heutige Seniorchef Frank Sihn, Sohn des Firmengründers Wilhelm Sihn, dessen Initialen der Firma den Namen gaben. „Wisi führt seither auch Turnkey-Projekte für Städte und Stadtteile durch. Sie beinhalten Planung, Lieferung und Installation von Produkten sowie Abnahme des fertigen Projekts mit den Kunden, wie wir zum Beispiel in Norderstedt und Konstanz erfolgreich unter Beweis gestellt haben“.

Gegründet wurde Wisi 1926, als die erste öffentliche Rundfunksendung über den Äther ging. Der ganz große Boom kam dann 1954: „Mit der Fußball-WM begann ein unglaublicher Run auf Antennen – in Spitzenzeiten haben wir eine Million davon verkauft“, erinnert sich Frank Sihn. Immer wieder habe man sich auch später neu erfinden müssen: Video und Kabel, Kupfer und Glasfaser, Satelliten- und Funktechnik. Das Thema Breitbandausbau, wie es zurzeit auch vom Enzkreis geplant wird, brennt dem Unternehmer unter den Nägeln. Sihn: „Um die Rahmenbedingen für den Breitbandausbau zu setzen, erfordert es Experten – hier in der Region gibt es sie, und die unterstützen gerne!“

Eine Botschaft, die Landrat und WFG-Chef gerne vernahmen – und natürlich Hochschulchef Jautz, der direkt eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit Wisi ankündigte.

Knapp die Hälfte der weltweit 600 Wisi-Beschäftigten arbeitet am Standort in Niefern. Wie oft bei Firmenbesuchen klagte auch hier der Personalleiter über fehlende Fachkräfte: Dringend gesucht, so Frank Melle, würde vor allem in den Bereichen IT, Software und Technik: „Wir stehen natürlich im Wettbewerb mit Porsche, Daimler und Bosch“ – aber man könne mit attraktiver Bezahlung und interessanter Arbeitsgestaltung sowie vielen Projekten für die Mitarbeiter punkten.